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17.02.2009
 

Afghanistan

Zahl der zivilen Gewaltopfer steigt dramatisch an

Erschütternde Zahlen aus Kabul: Nach Uno-Angaben sind in Afghanistan im vergangenen Jahr mehr als 2000 Zivilisten getötet worden. Es ist die höchste Zahl seit dem Sturz der Taliban. Mehr als die Hälfte der Opfer starben bei Selbstmordattentaten und Bombenanschlägen.

Kabul - Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der zivilen Gewaltopfer in Afghanistan - 2008 hat sie ein trauriges Rekordhoch erreicht: Nach Angaben eines am Dienstag in Kabul veröffentlichten Berichts der Uno-Unterstützungsmission in Afghanistan (Unama), sind im vergangenen Jahr der Gewalt 2118 Zivilisten zum Opfer gefallen. Das sei ein Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Terror: Hilfsorganisationen zunehmend in Gefahr
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AP

Terror: Hilfsorganisationen zunehmend in Gefahr

Für 55 Prozent der zivilen Opfer waren 2008 dem Bericht zufolge Aufständische verantwortlich, 38 Prozent starben bei Einsätzen der afghanischen Regierungstruppen oder ihrer Verbündeter. Bei sechs Prozent der zivilen Opfer ist demnach ungeklärt, wer für deren Tod verantwortlich ist.

Bei den Zivilisten, die durch die Gewalt Aufständischer starben, waren in 85 Prozent der Fälle Selbstmordattentate oder Bombenanschläge verantwortlich. Bei 64 Prozent der Opfer von Armee-Einsätzen waren Luftangriffe die Ursache. "Nächtliche Angriffe, die manchmal zu Toten und Verletzten unter der Zivilbevölkerung führen, geben Anlass zu immer größerer Sorge", erklärte die Unama.

Die Uno-Mission wirft den Aufständischen vor, den Tod von Zivilisten in Kauf zu nehmen. Die Rebellen führten zunehmend Angriffe in Wohngebieten aus, "offenbar ohne Rücksicht auf bedeutende Verluste in der Zivilbevölkerung", heißt es in dem Bericht.

Zudem zeigte sich die Uno-Mission besorgt angesichts zunehmender Übergriffe auf humanitäre Helfer, die dadurch in ihrer Wiederaufbauarbeit im kriegszerstörten Afghanistan stark eingeschränkt würden. Im Jahr 2008 seien 38 humanitäre Helfer, meist von nicht-staatlichen Organisationen, getötet worden. Das seien doppelt so viele gewesen wie 2007. 147 Helfer wurden laut Unama im vergangenen Jahr in Afghanistan entführt. Dadurch zögen sich viele Hilfsorganisationen aus den als gefährlich geltenden Regionen zurück.

Die Nato-geführte Afghanistan-Truppe Isaf zählte weitaus weniger tote Zivilisten als die Vereinten Nationen. "Wir zählen 237 getötete Zivilisten im Jahr 2008", sagte Isaf-Sprecher Martin O'Donnell. Es gebe verschiedene Methoden der Datenerhebung, fügte er hinzu.

Die in Kabul ansässige unabhängige Organisation Afghanistan Rights Monitor hatte im Januar dieses Jahres einen Bericht vorgelegt, demzufolge 2008 fast 4000 Zivilisten in Afghanistan starben.

vme/afp

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