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22.02.2009
 

Nahost-Diplomatie

Kerry stellt Kooperation der USA mit Syrien in Aussicht

Vorsichtige Annäherung: Nach Jahren des diplomatischen Stillstands könnte ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen den USA und Syrien bevorstehen. US-Senator John Kerry zeigte sich nach einem Gespräch mit Präsident Assad ausgesprochen zuversichtlich.

Damaskus - John Kerry hält eine Zusammenarbeit mit Syrien für möglich. Nach einem Treffen mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Damaskus sagte er, die beiden hätten ein sehr langes und offenes Gespräch geführt. Es gebe weiterhin Meinungsverschiedenheiten. Er nehme aber den Eindruck mit, dass "die Möglichkeit echter Kooperation in einer Reihe verschiedener Fragen sofort und bald beginnt".

Assad und Kerry (re.) in Damaskus: "Langes und offenes Gespräch"
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REUTERS

Assad und Kerry (re.) in Damaskus: "Langes und offenes Gespräch"

Außer Assad traf Kerry mit dessen Stellvertreter Faruk Scharaa zusammen. Am Mittwoch hatte er in Beirut erklärt, die USA würden ihre Beziehungen zu Syrien erneuern, wenn Damaskus seine Iran- und Libanon-Politik ändere.

Das Außenministerium in Washington vereinbarte inzwischen ein Treffen des für den Nahen Osten zuständigen Unterstaatssekretärs Jeffrey Feltman mit dem syrischen Botschafter Imad Mustapha. Es sei die Überzeugung von Außenministerin Hillary Clinton, dass ein direkter Kontakt mit Syrien den Interessen der USA diene, sagte Ministeriumssprecher Gordon Duguid. Dabei sollen nach seinen Angaben auch die Vorwürfe zur Sprache kommen, wonach Syrien terroristische Gruppen unterstützt und die Entwicklung von Atomwaffen betreibt. Ferner soll die Menschenrechtslage in Syrien ein Thema der Gespräche sein.

Die Regierung von Ex-Präsident George W. Bush sah in Syrien ein Land, das Terroristen unterstützt und isolierte Damaskus. US-Präsident Barack Obama hat Staaten, die zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den USA bereit sind, eine Überprüfung der Beziehungen in Aussicht gestellt. Syrien gilt wegen seiner engen Verbindungen zur radikal-islamischen Hamas und zur schiitischen Hisbollah als Schlüsselstaat für einen umfassenden Friedensschluss im Nahen Osten.

Kerry hatte vor seinem Besuch in Syrien den Libanon, Jordanien, Israel, das Westjordanland und den Gaza-Streifen besucht. Er ist Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat. Der im Januar ins Amt eingeführte US-Präsident Barack Obama versucht, Spielräume für ein neues Herangehen an die Konflikte im Nahen Osten auszuloten.

ler/AP/AFP

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