Washington - Rückzug in Etappen: Barack Obama hat angekündigt, bis August 2010 die meisten Truppen aus dem Irak abzuberufen. 35.000 bis 50.000 Soldaten sollten dort aber vorerst noch stationiert bleiben, um die Ausbildung der einheimischen Sicherheitskräfte zu unterstützen. Dies habe der US-Präsident am Donnerstag vor Abgeordneten berichtet, wie aus Kongresskreisen in Washington verlautete. Es wird erwartet, dass Obama die Pläne am heutigen Freitag vor Soldaten auf dem Militärstützpunkt Camp Lejeune im Bundesstaat North Carolina offiziell bekanntgeben wird.
US-Soldaten im Irak: Rückzug in Etappen
Ein rascher Rückzug aus dem Irak war eines der wichtigsten Versprechen Obamas im Wahlkampf gewesen. Damals versprach er aber bereits einen Rückzug der Soldaten binnen 16 Monaten. Hintergrund der leichten Verzögerung laut US-Presse: Die Militärführung soll den Präsidenten um zusätzliche Zeit gebeten haben, um die Fortschritte bei der Sicherheitslage im Irak zu festigen, die politischen Institutionen zu stärken. Man wolle so sicherstellen, dass der Irak nicht erneut instabil werde, hatte die "New York Times" bereits berichtet. Die Zeitung beruft sich auf namentlich nicht genannte Vertreter der Regierung.
Die USA haben zurzeit rund 142.000 Soldaten im Irak stationiert. Mindestens 4250 amerikanische Soldaten hat der Irak-Krieg bisher das Leben gekostet.
USA planen Dreierrunden mit Afghanistan und Pakistan
Obama will das Schwergewicht auf den Afghanistan-Konflikt legen und hat angeordnet, die 38.000 US-Soldaten dort um weitere 17.000 aufzustocken. Er hat für den internationalen Einsatz in der Region eine strategische Prüfung angeordnet. Das Militärengagement in Afghanistanist für die Regierung Obama die zentrale Front im Kampf gegen den Terror. Bis zum Nato-Gipfel Anfang April will sie eine grundlegend überarbeitete Strategie vorlegen.
Die USA wollen künftig regelmäßige Drei-Staaten-Gespräche mit Pakistan und Afghanistan zur Sicherheitslage am Hindukusch veranstalten. Die Meetings sollten helfen, eine neue Strategie im Kampf gegen islamistischen Terror zu entwickeln, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Donnerstag in Washington nach dreitägigen Beratungen mit hochrangigen Delegationen aus beiden Staaten. Die nächste Gesprächsrunde sei für April oder Mai vorgesehen.
Ausdrücklich lobte Clinton die Gespräche mit dem afghanischen Außenminister Rangin Dadfar Spanta und seinem pakistanischen Kollegen Shah Mahmood Qureshi als "wertvoll und beispiellos": Sie seien "gründlich, sehr zielgerichtet, offen, direkt und außerordentlich nützlich" gewesen. An den Beratungen nahmen von US-Seite auch der Sondergesandte für Pakistan und Afghanistan, Richard Holbrooke, sowie der für die Truppen in Afghanistan und im Irak zuständige US-General David Petraeus teil.
als/dpa/AP/AFP
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