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02.03.2009
 

Missbrauch bei Abstimmung

Italienische Parlamentarier verweigern digitalen Fingerabdruck

Missbrauch bei Abstimmungen soll es im italienischen Parlament künftig nicht mehr geben. Die Abgeordneten sind deshalb aufgefordert, ihren digitalen Fingerabdruck zu hinterlassen. Doch mehr als 200 Parlamentarier verweigern ihre Zustimmung zu dem Kontrollsystem.

Rom - Widerstand regt sich im italienischen Parlament gegen die Einführung des digitalen Fingerabdrucks. Wie das Abgeordnetenhaus am Montag mitteilte, haben bislang erst 400 der insgesamt 630 Parlamentarier ihre Abdrücke abgegeben. Das neue Kontrollsystem sollte eigentlich kommende Woche in Kraft treten. Es soll verhindern, dass Abgeordnete bei Abstimmungen für abwesende Kollegen mitentscheiden.

Der Missbrauch bei Abstimmungen ist im italienischen Parlament laut Presseberichten weit verbreitet. So sollen einzelne, als "Pianisten" bezeichnete Parlamentarier bis zu sieben Stimmen abgegeben haben. Als "unmoralisch" hatte Parlamentspräsident Gianfranco Fini von der rechtsgerichteten Allianz das Verhalten verurteilt.

Die von Fini gelobte Transparenz des neuen Systems wird indes nicht von allen Abgeordneten akzeptiert: "Mit solchen Methoden tut man der Würde der Volksvertreter Gewalt an", sagte der Liberale Paolo Guzzanti, der bis vor kurzem noch der Partei Silvio Berlusconis angehörte. Zwar verurteilt Guzzanti das Verhalten der "Pianisten". Die Methode des digitalen Fingerabdrucks aber sei schlimmer als das Phänomen, das es bekämpfen will. Laut Presseberichten sind die meisten Verweigerer dem rechten Lager zuzuordnen.

abe/AFP

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