London - "Das ist für die dritte Landebahn", soll die aufgebrachte Frau gerufen haben, als sie dem britischen Wirtschaftsminister Peter Mandelson die Portion grünlichen Glibber entgegenschleuderte. Berichten zufolge attackierte die 29-jährige Umweltaktivistin Mandelson am Freitag, als er gerade aus seinem Dienstwagen stieg. Er war auf dem Weg zu einer Regierungskonferenz zum Klimawandel.
Der Minister drehte sich noch schnell weg, konnte aber nicht mehr verhindern, dass der größte Teil der Flüssigkeit seine rechte Gesichtshälfte erwischte. Mandelson sagte nach dem Vorfall im Fernsehen, es habe sich offenbar um "grüne Suppe" oder ähnliches gehandelt. In britischen Medien war die Rede von grüner Puddingsoße.
Der Handelsminister wolle aus dem Klimawandel politisches Kapital schlagen, sagte die Aktivistin nach der Tat; dabei sei das einzig Grüne an dem Minister "der Schleim, der in seinen Adern fließt". Gegenüber der BBC klagte die Frau, Mandelson habe sich mit Betreibern des Londoner Flughafens Heathrow getroffen - und das bevor die Regierung grünes Licht für den umstrittenen Bau einer dritten Landebahn gegeben hatte.
Der frühere EU-Handelskommissar strebte nach dem Pudding-Angriff wortlos dem Eingang des Sitzungsgebäudes zu. Als er wenig später ohne seinen ruinierten Mantel vor eine Fernsehkamera trat, bezeichnete er den Vorfall als "jugendlichen Protest": "Sie war so damit beschäftigt, mir sowas wie grüne Suppe oder so ins Gesicht zu schütten, dass sie mir nicht einmal gesagt hat, wogegen sie protestiert."
Die Umwelt-Aktivisten ging nach dem Vorfall unbehelligt davon. Die britische Protestgruppe Plane Stupid erklärte anschließend, eines ihrer Mitglieder stecke hinter der Attacke. Die Gruppe setzt sich gegen den Ausbau am Flughafen Heathrow ein.
amz/AP/dpa
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