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Unruhen in Tibet Bombe explodiert im Westen Chinas

Das "Dach der Welt" im Ausnahmezustand: Kurz vor dem Jahrestag des gescheiterten Tibeter Aufstands riegelt China die Grenzen ab. Unruhen gibt es im Westen Chinas: Bei der Explosion einer Bombe wurden zwei Polizeifahrzeuge beschädigt.

Peking/Kangding - Die Sprengsätze explodierten am frühen Montagmorgen in der Provinz Qinghai, die auch von Tibetern bewohnt wird. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua wurden ein Polizeiwagen sowie ein Feuerwehrfahrzeug bei Protesten in Westchina mit kleineren Sprengsätzen beworfen. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Chinesische Patrouillen in Kangding: Truppenaufgebot an der Grenze zu Tibet verstärkt
AP

Chinesische Patrouillen in Kangding: Truppenaufgebot an der Grenze zu Tibet verstärkt

Unterdessen macht China ernst: Ausländer wurden aufgefordert, die Regionen mit tibetischen Minderheiten zu verlassen, das Truppenaufgebot entlang der tibetischen Grenze wurde verstärkt.

"Um Tibets Stabilität zu erhalten", seien zusätzliche Soldaten stationiert worden, teilte der für die Grenzsicherung zuständige Mitarbeiter des Ministeriums für öffentliche Sicherheit mit.

Die chinesischen Behörden fürchten, dass Exil-Tibeter aus Indien und Nepal in die autonome Region Tibet gelangen und die dortige Bevölkerung zu Protesten anstacheln könnten. "Wir müssen eine Große Mauer in unserem Kampf gegen den Separatismus errichten und die Einheit des Mutterlandes beschützen", forderte Chinas Staatschef Hu Jintao am Montag.

Am Dienstag jährt sich der Aufstand der Tibeter gegen die chinesische Herrschaft zum 50. Mal. Nach dessen Niederschlagung war der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, ins Exil nach Indien geflüchtet.

DER SPIEGEL

China wirft dem Geistlichen vor, er strebe nach der Errichtung eines Groß-Tibet auf einem Viertel des chinesischen Territoriums. Der Dalai Lama selbst hatte sich wiederholt für größere Autonomie für Tibet, nicht aber für dessen Unabhängigkeit ausgesprochen.

Immer wieder hat es anlässlich des Jahrestages Ausschreitungen gegeben. Im vergangenen Jahr waren bei wochenlangen Unruhen nach chinesischen Angaben 22 Menschen ums Leben gekommen. Exil-Tibeter sprechen hingegen von mehr als 200 Todesopfern. Nach ihren Angeben sollen sich noch immer mehr als 600 der im Frühjahr 2008 festgenommenen Personen in Haft befinden.

abe/AP/AFP/dpa

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