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09.03.2009
 

Afghanistan

Talibansprecher schlägt Obamas Gesprächsangebot schroff aus

US-Präsident Obama erwägt Gespräche mit gemäßigten Taliban. Gegenüber SPIEGEL ONLINE nennt ein Sprecher der militanten Islamisten die Offerte jetzt allerdings "sinnlos" -und fordert den Abzug aller westlichen Truppen, bevor es Gespräche geben könne.

Kabul - Barack Obama hat einen neuen Ton angeschlagen, auch in Sachen Afghanistan. Der neue US-Präsident erwog zuletzt sogar öffentlich, Gespräche mit gemäßigten Taliban in Afghanistan zu führen. Doch die weisen die Offerte schroff zurück. Sabihullah Mudschahed, der seit mehr als zwei Jahren als Sprecher der Radikalislamisten fungiert und regelmäßig über ihre Aktivitäten berichtet, bezeichnete die Offerte aus den USA im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE als "sinnlos".

US-Soldaten in Afghanistan: Taliban lehnen Gespräche ab
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AFP

US-Soldaten in Afghanistan: Taliban lehnen Gespräche ab

"Obama hat gesagt, er wolle sich an gemäßigte Taliban wenden", sagte der Sprecher, "doch solche Taliban gibt es nicht in Afghanistan". Mudschahed, der stets die Propaganda der Taliban mit Kampfaufrufen und stark übertriebenen Berichten über die militärischen Aktionen der Guerilla-Armee antreibt, betonte, es gebe "nur eine Taliban-Bewegung" und diese sei nicht zu Verhandlungen bereit.

Erst Rückzug, dann Gespräche

"Unsere Kämpfer und Kommandanten gehorchen den Befehlen von Mullah Omar und werden nicht verhandeln", so der Sprecher. Gespräche mit der afghanischen Regierung oder gar den Amerikanern könne es nur geben, wenn diese zuerst die Bedingungen der Taliban erfüllten. "Die internationalen Truppen müssen vollständig abziehen, erst dann kann es Gespräche geben", forderte Sabihullah Mudschahed. Zudem erteilte er Vorstellungen, die Kämpfer von Mullah Omar könnten nach einem Deal ihre Waffen niederlegen, eine klare Absage. "Wir werden unsere Waffen nie abgeben", betonte Mudschahed.

Obama hatte in einem Interview mit der "New York Times" davon gesprochen, dass die USA den Krieg in Afghanistan nicht gewinnen könnten. Um einen Weg der Versöhnung einzuschlagen, erwäge der US-Präsident Gespräche zwischen den amerikanischen Streitkräften und gemäßigten Vertretern der radikal-islamischen Taliban.

Er verwies dabei auf das Beispiel Irak. Dort habe sich die Situation gebessert, als die US-Streitkräfte unter dem damaligen Oberkommandierenden General David Petraeus mit sunnitischen Aufständischen verhandelt haben: "Wenn Sie mit General Petraeus sprechen würden, denke ich, dass er argumentieren würde, dass Teil des Erfolgs im Irak das Zugehen auf Menschen war, die wir als islamische Fundamentalisten bezeichnen würden", sagte Obama.

Unterdessen starb im Süden Afghanistans ein kanadischer Soldat der Internationalen Schutztruppe Isaf bei einem Bombenanschlag. Wie das kanadische Verteidigungsministerium am Montag mitteilte, wurden vier weitere Soldaten bei der Explosion des am Straßenrand versteckten Sprengsatzes in der Provinz Kandahar verletzt. Die Nato-geführte Isaf bestätigte den Vorfall, der sich am Sonntag ereignete. Kandahar und die Nachbarprovinz Helmand gelten als Hochburg der radikal-islamischen Aufständischen. Die meisten der etwa 2500 kanadischen Soldaten sind in dieser Region stationiert. Bisher sind mehr als 100 Kanadier beim Einsatz in Afghanistan ums Leben gekommen.

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