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US-Präsident Obama fordert neue Ära der Weltökonomie

Vereint gegen die Krise: Barack Obama hat die internationale Gemeinschaft in einem eindringlichen Appell zur Kooperation aufgerufen. Der US-Präsident räumte in einem Zeitungsbeitrag kurz vor dem G-20-Gipfel ein, sein Land habe Anteil "an dem Chaos" - unterstrich aber auch seine Führungsrolle.

Berlin - Die Warnung vor den möglichen Folgen der Wirtschaftskrise hätte kaum deutlicher ausfallen können - und sie kommt vom mächtigsten Mann der Welt: Der Wohlstand einer jeden Nation sei in Gefahr, und in Entwicklungsländern stünden Menschenleben auf dem Spiel, schrieb US-Präsident Barack Obama in einem Zeitungsbeitrag, den die "Welt" abdruckte. Er fordert die internationale Gemeinschaft rund eineinhalb Wochen vor dem Gipfel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in London zur Zusammenarbeit auf.

US-Präsident Obama: "Zeitalter globaler ökonomischer Probleme"
AFP

US-Präsident Obama: "Zeitalter globaler ökonomischer Probleme"

Obama spricht sich für eine umfassende Reform der internationalen Finanzmärkte aus: "Wir müssen ein Ende machen mit rücksichtsloser Spekulation und Ausgaben (...) mit faulen Krediten, mit überschuldeten Banken und fehlender Aufsicht (...)." Eine Rückkehr zum Status quo der globalen Ökonomie könne es nicht geben.

"Eine Trennlinie zwischen Maßnahmen, die das Wachstum innerhalb unserer Grenzen wiederherstellen, und Maßnahmen, die es jenseits von ihnen stützen, gibt es nicht", schreibt Obama. Er wisse, "dass Amerika seinen Anteil hat an dem Chaos, mit dem wir uns konfrontiert sehen". Gleichwohl könnten die USA eine globale Erholung beispielhaft befördern.

Es müsse nun mutige und umfassende Maßnahmen geben. "Die Vereinigten Staaten sind bereit, die Führung zu übernehmen, und wir rufen unsere Partner auf, sich uns in einem Geist der Dringlichkeit und gemeinsamen Absicht zuzugesellen", betonte der US-Präsident.

"Wir durchleben eine Zeit globaler ökonomischer Probleme, die sich weder durch Halbheiten noch durch die isolierten Anstrengungen einer Nation lösen lassen." Die Dringlichkeit von Maßnahmen könne niemand leugnen. "Der Wohlstand einer jeden Nation ist in Gefahr, die Stabilität von Regierungen und das Überleben von Menschen in den verletzlichsten Teilen der Welt", mahnte der Präsident.

Mit Blick auf die bisher eingeleiteten Maßnahmen erklärte Obama: "Es ist viel gute Arbeit geleistet worden, noch mehr aber bleibt zu tun." Zunächst müsse es Maßnahmen geben, um das Wachstum zu stimulieren.

"Auf unserem Weg voran sollten wir eine gemeinsame Verpflichtung begrüßen, freien Handel und Investitionen zu fördern und zugleich dem Protektionismus zu widerstehen, der die Krise vertiefen würde", schreibt Obama. Außerdem müsse das Kreditwesen, auf das Unternehmen und Konsumenten angewiesen seien, wiederhergestellt werden.

Obama fordert, ein "gemeinsames Rahmenwerk zu schaffen, das auf Transparenz und Rechenschaft besteht und den Fokus auf die Wiederherstellung des Kreditflusses legt, den Lebensnerv einer wachsenden globalen Wirtschaft". Außerdem gebe es eine Verpflichtung den Ländern gegenüber, die die Krise besonders hart treffe.

hen/AP/Reuters

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