Lahore - Den pakistanischen Sicherheitskräften ist es inzwischen gelungen, die Angreifer einer Polizeischule in Ostpakistan zu überwältigen. Mehrere Fernsehsender berichteten übereinstimmend, Sondereinheiten hätten nach acht Stunden dauernden Gefechten die Kontrolle über das Gebäude erlangt. "Der Einsatz ist vorbei", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Auf dem Dach verkündeten Polizisten den Sieg.
Ein Vertreter der pakistanischen Regierung bezifferte die Zahl der getöteten Angreifer auf acht, zwei davon hätten sich selbst in die Luft gesprengt. Andere Quellen sprachen von vier getöteten Islamisten.
Insgesamt kamen bei dem Überfall nach Angaben der Polizei mindestens 20 Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Die Rettungskräfte befürchten, dass die Zahl der Opfer noch deutlich steigt. Etwa 60 verwundete Polizisten seien in Krankenhäuser gebracht worden, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte.
Nach Angaben eines Polizisten hatten zehn bis zwölf mit Gewehren und Granaten bewaffnete "Terroristen" das polizeiliche Ausbildungslager in Manawan nahe der Stadt Lahore angegriffen.
Die Angreifer hatten sich offenbar als Polizisten getarnt und sich so Zugang zu dem Ausbildungszentrum verschafft. Während des Morgenappells schlugen sie zu, griffen von vier Seiten an, warfen Handgranaten und schossen um sich.
Nach Angaben der Polizei werden rund 850 junge Kadetten in dem Zentrum ausgebildet. Zum Zeitpunkt des Überfalls befanden sich etwa 700 Polizeianwärter auf dem Gelände.
Der Sicherheitsberater der Regierung, Rehman Malik, machte radikalislamische Extremisten für die Tat verantwortlich. Augenzeugen beschrieben die Täter als "bärtige, junge Männer".
Der Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, verhängte eine Ausgangssperre über die Region im Grenzgebiet zu Indien.
Der Überfall ist der zweite schwere Vorfall in Lahore innerhalb weniger Wochen. Vor knapp einem Monat griffen mehrere Attentäter die sri-lankische Kricket-Nationalmannschaft und töteten dabei zahlreiche Menschen.
beb/sac/AFP/dpa/Reuters/AP
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