Von Gregor Peter Schmitz, Washington
Barack Obama hätte sich wohl auch nicht träumen lassen, dass ein Stopp im Irak einmal angenehmer würde als die Rückkehr an die Heimatfront. Der Präsident steht im Camp Victory der US-Armee, er hat zum Abschluss seiner Europa-Reise einen überraschenden Abstecher nach Bagdad gemacht, erstmals als Oberbefehlshaber, und ruft den Soldaten zu: "Ihr habt den Irakern die Gelegenheit gegeben, sich selbst zu regieren. Dafür verdient ihr unsere Dankbarkeit." Die umringen ihn begeistert, klatschen laut, machen Erinnerungsfotos mit Handykameras.
Obama im Irak: Angenehmer als die Rückkehr an die Heimatfront
Es ist der passende Abschluss einer Reise, auf der den Präsidenten Blitzlichtgewitter an jeder Station erwartete. Jubel in London, Kehl, Baden-Baden und Prag, begeisterte Jugendliche in Istanbul und Straßburg, strahlende Staats- und Regierungschefs allerorten. "Obama erobert die Herzen", resümierte die türkische Zeitung "Vatan".
Doch diese Bilder schafften es kaum über den Atlantik in die US-Medien. Zu sehr ist das Land mit der eigenen Krise beschäftigt.
Zwar ist der einst von Wahlkampfrivale John McCain bemühte Vorwurf, Obama lasse sich wie ein Popstar im Ausland feiern, kaum noch zu hören: Laut einer CNN-Umfrage glauben fast 80 Prozent der US-Bürger, das Ansehen des Landes in der Welt habe sich durch die präsidiale Reisediplomatie verbessert. Doch das ändert nichts daran, dass die heimischen Kommentatoren vor allem auf innenpolitische Erfolge dringen.
"Die Realität holt den Obama-Express ein", lautet der Willkommensgruß der einflussreichen Website "Politico" an den heimkehrenden Präsidenten. Dessen ehrgeizige Projekte eines Emissionshandelsystems zum Klimaschutz, einer Gesundheitsreform oder einer Finanzmarktneugestaltung drohten im Kongress gerupft zu werden.
"Warum die Demokraten nicht regieren können"
Die "Washington Post" analysiert, wie sehr Obamas bewährte Internet-Wahlkampfmaschine beim Kampf um das 3,6 Billionen-Dollar-Staatsbudget gestottert hat.
"The New Republic" sieht gar die ganze Präsidenten-Partei im Niedergang, weil sie im US-Kongress für Chaos sorge: "Warum die Demokraten nicht regieren können", lautet die Schlagzeile des Magazins.
Eine blitzschnelle Rückkehr zu Amerikas rauer Krisen-Wirklichkeit für den Weltreisenden Obama. Ernüchternder noch: Auch dessen Reisebilanz stößt daheim auf wenig Begeisterung.
Trotz aller Sympathiebekundungen der Europäer könne der Präsident wenig Zugeständnisse von ihnen vorweisen, kommentieren US-Medien einhellig. Damit nähre Obama die Kritik, bei ihm gebe es viel Schein und wenig Sein. Tatsächlich ist die Reisebilanz durchwachsen:
So können sich in den USA Fans und Kritiker des Präsidenten zugleich bestätigt fühlen. Die einen feiern einen erfolgreichen Bruch mit George W. Bushs Erbe und den Abschied von US-Alleingängen in der Weltpolitik: "Wir haben mit diesem Besuch einen großen Schritt nach vorne gemacht, Amerikas Ansehen in der Welt wieder herzustellen", jubelt Obamas Top-Berater David Axelrod.
Die anderen argumentieren: Wenn Obama schon bei den verbündeten Europäern so wenig erreiche, was sei dann von seinen versprochenen Verhandlungen mit US-Gegnern wie Iran oder Nordkorea zu erwarten? Konservative Blogger schimpfen, der Präsident habe sich viel zu häufig entschuldigt und die Führungsstärke der USA in Frage gestellt.
Tatsächlich hat Obama offen gesagt, die USA könnten am besten durch Zuhören und etwas Demut führen - ein klarer Bruch mit der oft hochmütig wirkenden Rhetorik der Bush-Jahre. Der Präsident schien den Eindruck zu vermitteln, die USA könnten erst wieder als unumstrittene Führungsmacht auftreten, wenn sie ihre Aufgaben gemacht hätten.
Wie dringend die sind, konnte Obama gleich nach der Landung der "Air Force One" in Washington sehen. In erwarteten neue Schreckenszahlen: Die US-Unternehmenssteuereinnahmen sind so stark geschrumpft wie seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr.
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Der Punkt ist, dass Israel kein Hamastan an seiner West- und seiner Ostgrenze unmittelbar neben Jerusalem und Tel Aviv zulassen muss und zulassen wird. Und solange die Mehrheitsfraktion der Palästinenser zu den Zielen ihrer [...] mehr...
Der Unterschied besteht darin, dass Sie israelisches Unrecht relativieren unter Hinweis auf einen Unrechtsartikel bei Hamas. Hamas moechte zwar, aber ist da zum Glueck ziemlich limitiert. Das israelische Unrecht aber [...] mehr...
Das ist ja auch durchaus verständlich angesichts kontinuierlicher Raketenangriffe auf israelische Städte und Dörfer Der Punkt ist: Vertreiben ist nicht gleich Umbringen und die Hamas ist die Mehrheitsfraktion, während Rabbi [...] mehr...
dass den Palaestiensern laut internationalem Recht 100% des Gebiets zustehen. Sie wissen auch, weshalb Sie grosszuegigerweise darueber hinweggehen, dass bei den 3% Ost-Jerusalem nicht inbegriffen ist, weil es so nach so [...] mehr...
Obamas Fehler war die Fixierung auf die Siedlungsfrage. Entscheidend ist nur die Frage der Grenzen, denn die von Israel beanspruchten Siedlungen machen nur 3% des Westjordanlandes aus. Wenn die Frage der Grenze gelöst ist, ist [...] mehr...
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