Washington - Kurswechsel in der US-Außenpolitik: Die USA planen laut Außenministerin Hillary Clinton, künftig direkt an den Gesprächen einer Sechs-Nationen-Gruppe und Iran über das Atomprogramm Teherans teilzunehmen. Die vorherige US-Regierung unter Präsident George W. Bush hatte diese Gespräche gemieden, seit der Islamischen Revolution 1980 unterhalten Washington und Teheran keine diplomatischen Beziehungen mehr.
"Wir glauben, dass ein vorsichtiges Engagement in Punkten, die unsere und weltweite Interessen mit Iran betreffen, sinnvoll ist", sagte Clinton. Bei den geplanten Gesprächen gehe es vor allem darum, eine diplomatische Lösung im Streit um Teherans Atomprogramm zu finden. "Es gibt nichts Wichtigeres, als Iran zu überzeugen, sein Streben nach einer nuklearen Waffe nicht weiter zu verfolgen", so Clinton.
In den vergangenen Jahren hatte die US-Regierung Teheran wiederholt vorgeworfen, unter dem Deckmantel der Nutzung von Atomenergie für zivile Zwecke zugleich ein Programm zum Bau von nuklearen Waffen zu betreiben. Die internationale Gemeinschaft verlangt daher eine Offenlegung des iranischen Atomprogramms. Das lehnt Iran bislang ab.
Deutschland sowie die fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien wollen die Regierung Teherans nun zu neuen Gesprächen bitten. Ein Sprecher des US-Außenministeriums bestätigte eine Einladung der sechs Nationen an Iran: "Wir hoffen, es wird sich die Gelegenheit bieten, Iran ernsthaft zur Kooperation zu ermutigen und die internationalen Bedenken an seinem Atomprogramm zu beseitigen", sagte der Sprecher.
Eine Gesprächszusage Irans steht noch aus, doch Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat bereits den Ruf von US-Präsident Barack Obama nach einer atomwaffenfreien Welt begrüßt. "Auch wir unterstützen eine weltweite atomare Entwaffnung und sind bereit, in dieser Hinsicht unseren Beitrag zu leisten", sagte Ahmadinedschad nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars.
Das Hauptziel müsse jedoch sein, Länder mit nuklearen Waffen abzurüsten, "nicht das Blockieren von Ländern, die ihre eigene Atomkraft erzeugen wollen", so Ahmadinedschad. Er spielte damit auf die ablehnende Haltung der USA zum iranischen Atomprogramm an.
Für Verstimmungen zwischen Washington und Teheran sorgte am Mittwoch die Nachricht, dass eine US-Journalistin in Iran wegen des Verdachts auf Spionage angeklagt wurde. Clinton äußerte sich "tief besorgt" über die Anklageerhebung und forderte die sofortige Freilassung der Journalistin.
hut/Reuters/AP/dpa
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