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15.04.2009
 

G-20-Proteste in London

Weiterer Polizist nach Schlagstock-Attacke suspendiert

Bilder von prügelnden Sicherheitskräften am Rande des G-20-Gipfels bringen die britische Polizei weiter in Bedrängnis - ein neues Video aus London sorgt jetzt für Aufruhr: Die Aufnahme zeigt einen Beamten, der eine junge Frau mit einem Schlagstock traktiert. Die Aufsichtsbehörden sind alarmiert.

London - Die Affäre um Übergriffe der Polizei bei den Protesten gegen den G-20-Gipfel in London vor zwei Wochen weitet sich aus. Die Polizei suspendierte in der Nacht zu Mittwoch einen weiteren Beamten. Auf neuem Videomaterial ist zu sehen, wie der Polizist einer Frau ins Gesicht schlägt und ihr dann mit einem Schlagstock einen Hieb versetzt. Er trifft sie am Bein.

Das Video, aufgenommen mit einer Handy-Kamera, wurde auf der Internet-Plattform YouTube veröffentlicht; der britische "Telegraph" zeigt Auszüge auf seiner Internet-Seite.

Man erkennt eine Gruppe von Polizisten mit Sicherheitswesten in Neongelb, die eine Ansammlung von Demonstranten vor der Bank of England abriegeln und am Weitergehen hindern. Die Situation scheint angespannt - einige Protestierende rufen in Sprechchören, andere werden bei dem Versuch, die Absperrung zu durchbrechen, von den Beamten rüde zurückgehalten.

Plötzlich kommt eine junge Demonstrantin ins Bild und läuft auf einen Polizisten zu. Sie schreit ihn an, offenbar ruft sie ihm Beschimpfungen entgegen - die genauen Worte sind nicht zu verstehen. Er wehrt sie mit den Händen ab, trifft die Frau mit der Hand im Gesicht. Sie ruft: "Sie können doch keine Frau schlagen!" Sekunden später zieht der Beamte einen Schlagstock hervor und prügelt der Demonstrantin auf die Beine.

Scotland Yard teilte mit, das Video habe "sofort Bedenken" hervorgerufen und sei an die unabhängige Polizeiaufsichtsbehörde weitergegeben worden. Nach Angaben von Scotland Yard wurde der Mann durch das Video identifiziert und vom Dienst suspendiert. Prinzipiell könne jeder Polizist für sein Verhalten zur Verantwortung gezogen werden, betonte die Sprecherin.

Mit dem Zwischenfall beschäftige sich nun die unabhängige Untersuchungskommission IPCC. Die IPCC befasst sich auch mit dem Tod eines Mannes, der während der Proteste zu Monatsbeginn ebenfalls in der Nähe der britischen Zentralbank von einem Polizisten zu Boden geschubst und geschlagen worden war. Der Mann, ein Zeitungsverkäufer aus der City, brach wenige Minuten später zusammen und erlitt einen Herzinfarkt. Der verantwortliche Beamte wurde vom Dienst suspendiert.

Bei der Demonstration von Gipfelgegnern zum Treffen der G20 in London Anfang April war es zu massiven Krawallen und Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden auch Polizisten verletzt. Während der Proteste wurden hundert Demonstranten festgenommen.

amz/AFP/dpa

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