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23.04.2009
 

Foltermethoden

Rice genehmigte Verhöre mit Waterboarding

Die Bush-Regierung war umfassend über die brutalen Verhörmethoden der CIA informiert: Die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice soll bereits im Mai 2002 von der Praxis des Waterboardings erfahren haben - und stimmte auch anderen Foltermethoden zu.

Hamburg - Die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice hat in ihrer Funktion als nationale Sicherheitsberaterin des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush die umstrittenen Verhörmethoden der CIA genehmigt - darunter auch das sogenannte Waterboarding.

Ex-Außenministerin Rice: Verhöre mit Waterboarding zugestimmt
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REUTERS

Ex-Außenministerin Rice: Verhöre mit Waterboarding zugestimmt

Berichten von "Washington Post" und BBC zufolge wurden Rice, der damalige Generalbundesanwalt John Ashcroft und weitere Top-Beamte der Regierung Bush erstmals im Mai 2002 über "alternative Befragungsmethoden einschließlich Waterboarding" informiert. Beide Medien beziehen sich auf das Geheimdienst-Komitee des US-Senats.

Die CIA hatte damals angegeben, den mutmaßlichen Qaida-Terroristen Abu Subeida verhören zu wollen, der wenige Monate zuvor in Pakistan gefangen genommen worden war. Im Juli 2002 habe Rice dem damaligen CIA-Chef George Tenet geraten, mit dem Verhör fortzufahren, sollte das Justizministerium keine Einwände haben, schreibt die Zeitung.

Zu Beginn der Woche war bekanntgeworden, dass die CIA das simulierte Ertränken bei Verhören von mutmaßlichen Terroristen viel häufiger angewandt hatte als zuvor angenommen. Allein der als Chefplaner der Anschläge von 11. September 2001 geltende Chalid Scheich Mohammed sei 183-mal im Jahr 2003 dieser Verhörmethode ausgesetzt worden, berichtete die "New York Times". Subeida soll entgegen früherer Informationen ebenfalls Dutzende Male der brutalen Methode ausgesetzt gewesen sein. Die Zeitung bezieht sich auf Memos des US-Justizministeriums, die detailliert die Foltermethoden der CIA beschreiben.

Mehrere frühere CIA-Chefs hatten offen Kritik an der Veröffentlichung der Dokumente geäußert - ihrer Meinung nach habe die Herausgabe der Memos die Sicherheit der USA nachhaltig beschädigt. Ex-Vizepräsident Richard Cheney befeuerte am Mittwoch die Debatte, indem er darauf beharrte, dass "verschärfte Verhörmethoden" wie das Waterboarding Terroranschläge abgewendet und Menschenleben gerettet hätten.

Er forderte die Regierung Obama auf, weitere Akten zu veröffentlichen - damit klar werde, dass die brutalen Methoden die Gefangenen tatsächlich zum Sprechen brachten und den Fahndern so "wertvolle Hinweise" bescherten.

amz/AP

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