L'Aquila - L'Aquila statt La Maddalena: Der für Juli vorbereitete G-8-Gipfel wird von der italienischen Insel in die stark von einem Erdbeben heimgesuchte Abruzzen-Hauptstadt L'Aquila verlegt. Diesen überraschenden Beschluss fasste das Kabinett von Regierungschef Silvio Berlusconi am Donnerstag in L'Aquila.
Berlusconi bezeichnete diese Entscheidung als "ein positives Signal für die mehr als 60.000 Menschen in den Zeltstädten". Bei dem verheerenden Erdbeben vom 6. April waren in den Abruzzen 294 Menschen ums Leben gekommen und Tausende von Häusern zerstört oder stark beschädigt worden. Zehntausende leben seitdem in provisorischen Zeltlagern.
Auf La Maddalena vor Sardinien könne dafür der von US-Präsident Barack Obama für den Herbst angestrebte Umweltgipfel organisiert werden, bot er an. Berlusconi wird zu diesem Beschluss seiner Regierung jetzt alle G-8-Staatschefs konsultieren müssen. Rom hat 2009 die Präsidentschaft der Gruppe der acht führenden Industrienationen inne.
Berlusconi hatte im vergangenen Jahr während der Müllkrise im süditalienischen Neapel für eine Verlegung des G-8-Gipfels in die Stadt unter dem Vesuv plädiert. Transportminister Altero Matteoli hielt die Option eines Gipfels im Erdbebengebiet allerdings für "wenig plausibel".
Die italienische Regierung will am Donnerstag in einer außerordentlichen Sitzung in dem Erdbebengebiet von über Hilfsgelder für die Region abstimmen. Geplant sei per Dekret ein Finanzpaket in Höhe von rund achteinhalb Milliarden Euro - anderthalb für die dringendsten Bedürfnisse, sieben für den Wiederaufbau, berichteten italienische Medien am Donnerstag.
als/dpa
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