Bagdad - Selbstmordattentäter haben am Donnerstag im Irak 75 Menschen in die Luft gesprengt. 41 Tote zählte die Polizei bei einem Anschlag auf iranische Pilger in der Provinz Dijala nordöstlich von Bagdad. Der Attentäter sprengte sich in einem Restaurant unweit der Ortschaft Chanakin in die Luft. Die Gläubigen waren auf dem Weg in die für Schiiten heilige Stadt Kerbela und machten Rast in einem Restaurant, als die Bombe explodierte.
Bei einem zweiten Anschlag auf einem Platz in der Innenstadt von Bagdad starben mindestens 34 Menschen, als eine Attentäterin in einer Menschenmenge ihren Sprengsatz zündete. Die Menschen hatten sich um Polizisten versammelt, die Hilfsgüter verteilten. Unter den Toten sind auch Polizisten und mehrere Kinder. Bei beiden Anschlägen wurden insgesamt 85 Menschen verletzt.
Den irakischen Sicherheitskräften ist unterdessen ein wichtiger Schlag gegen al-Qaida gelungen. Der Sprecher der Sicherheitskräfte in Bagdad, Kassem Atta, sagte am Donnerstag, man habe den mutmaßlichen Anführer des Terrornetzwerks im Irak festgenommen. Der Iraker Abdullah Raschid, alias Abu Omar al-Bagdadi, sei in einem östlichen Vorort von Bagdad geschnappt worden. "Wir sind sicher, dass er es ist", sagte der Sprecher.
Die irakischen Behörden hatten in den vergangenen Jahren allerdings bereits mehrfach berichtet, Bagdadi sei getötet oder festgenommen worden. Diese Meldungen hatten sich später immer als falsch erwiesen. Bagdadi gilt als "Emir" der "Allianz Islamischer Staat im Irak", zu der sich die Qaida und andere Terrororganisationen im Herbst 2006 zusammengeschlossen hatten. Das Terrornetzwerk al-Qaida wird im Irak für zahlreiche Anschläge verantwortlich gemacht. Die Organisation war in der Vergangenheit stark unter Druck geraten. Sicherheitskräfte übernahmen die Kontrolle über ursprünglich von ihr kontrollierte Gebiete.
Ein Sprecher der US-Streitkräfte konnte die Festnahme von Bagdadi zunächst nicht bestätigen.
Beb/dpa/AFP/AP/Reuters
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