Islamabad - Die radikal-islamischen Taliban haben offiziellen Angaben zufolge dem Rückzug aus dem seit Tagen besetzten Distrikt Buner im Nordwesten Pakistans zugestimmt. Nach Angaben der Regionalregierung erklärte sich der radikale Geistliche Maulana Sufi Mohammed nach Gesprächen mit den Behörden dazu bereit, die Aufständischen zum Verlassen des Distrikts zu bewegen. Der Kommandeur hat den Abzug der Kämpfer bereits angeordnet.
Taliban-Kämpfer im pakistanischen Bezirk Buner: Rückzug angeordnet
Das Zugeständnis markiert das Ende einer Krise, in die sich zuletzt auch die USA eingeschaltet hatten. Zu Wochenbeginn hatten Hunderte Taliban-Kämpfer aus dem Swat-Tal die Kontrolle in Buner übernommen. Ungeachtet eines Friedensabkommens mit der pakistanischen Regierung waren islamistische Kämpfer aus dem Swat-Tal in den vergangenen Tagen in den Nachbardistrikt Buner eingedrungen. Nach Polizeiangaben töteten mutmaßliche Taliban am Donnerstag einen Polizisten und verletzten einen weiteren. Buner liegt nur rund hundert Kilometer von der Hauptstadt Islamabad entfernt.
US-Präsident Obama hatte sich besorgt geäußert. Verteidigungsminister Robert Gates hatte daraufhin eine scharfe Warnung an die Regierung in Islamabad gerichtet. Und auch Außenministerin Hillary Clinton warf der Führung in Islamabad in einer Kongressanhörung vor, vor den Taliban zu kapitulieren.
Dann reagierte zuerst die Regierung der Nordwestprovinz: Paramilitärische Truppen bezogen Stellung in mehreren Polizeirevieren in Buner. Die mehr als hundert Paramilitärs sollten dazu beitragen, Angriffe der Taliban zu verhindern, teilte ein Polizeioffizier des Buner-Distrikts am Freitag mit.
Ob sie zum Einsatz kamen, ist unklar. Wenig später nämlich verkündete ein pakistanischer Taliban-Kommandeur den Rückzug.
Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari hatte vergangene Woche dem Abkommen zugestimmt, das die Provinzregierung des Swat-Tals im Februar mit den dort agierenden Taliban-Rebellen ausgehandelt hatte. Es sieht vor, dass im Distrikt Malakand, der das Swat-Tal und Buner umfasst, das islamische Scharia-Recht eingeführt wird. Die pakistanische Regierung verbindet damit die Hoffnung, dass sich die angespannte Lage in der Grenzregion zu Afghanistan beruhigt. Die Taliban verpflichteten sich im Gegenzug zur Einstellung ihrer Kämpfe. Eine Entwaffnung lehnten sie jedoch ab. Das Abkommen hat übrigens jener Maulana Mohammed vermittelt, der nun die Taliban zum Aufgeben bewegte.
ffr/AP/Reuters/AFP/dpa
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