Der Konzern Israeli Aerospace Industries hat gute Aussichten auf ein Millionengeschäft mit der Bundeswehr. Um die Aufklärung im Afghanistan-Einsatz zu verbessern, will das Verteidigungsministerium nach SPIEGEL-Informationen rasch ein "marktverfügbares" unbemanntes Fluggerät anschaffen. Als Favorit gilt die Drohne "Heron 1", die seit 2006 bei den israelischen Streitkräften eingesetzt wird und mit Kameras, Infrarot- und Radarsensoren ausgestattet ist.
Für Wartung und Betrieb sowie die Ausbildung deutscher Soldaten soll eine deutsch-israelische Firma gegründet werden. Vorbild ist ein Vertrag im Wert von etwa 100 Millionen Dollar, den Israel und Kanada über das Leasing von "Heron"-Drohnen für den Einsatz in Afghanistan geschlossen haben.
Eine Expertenrunde im Verteidigungsministerium stoppte vergangene Woche aus Kostengründen ein Auswahlverfahren, in dem bisher eine teure US-Drohne ("Predator") mit einem anderen israelischen Gerät konkurriert hatte. Die Entscheidung über den künftigen Kauf von unbemannten Fluggeräten, die auch schießen können, soll demnach erst in einigen Jahren fallen - wenn die Luftwaffe ausreichend Erfahrung mit der sogenannten Zwischenlösung gesammelt hat.
Der europäische Rüstungsriese EADS muss zudem seine Hoffnung begraben, aus Berlin rund 600 Millionen Euro für die komplette Neu-Entwicklung einer "fortschrittlichen" Drohne zu erhalten. Für dieses Vorhaben, hieß es im Wehrressort, sei kein Geld mehr da.
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