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27.04.2009
 

Nahost-Konflikt

Iran will Zwei-Staaten-Lösung akzeptieren

Irans Präsident Ahmadinedschad hat eine Abkehr vom harten Kurs seiner Nahost-Politik angekündigt. Teheran stehe hinter den Palästinensern - auch bei einer Zwei-Staaten-Lösung mit Israel, sagte er. Den USA warf er vor, "Massaker an den Bewohnern des Gaza-Streifens" unterstützt zu haben.

Washington - Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat den Palästinensern in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC freie Hand für Verhandlungen mit Israel gegeben.

Irans Präsident Ahmadinedschad: "Wir werden ihnen nichts vorschreiben"
DPA

Irans Präsident Ahmadinedschad: "Wir werden ihnen nichts vorschreiben"

Sollten die Palästinenser nach einer Zwei-Staaten-Lösung mit Israel streben, werde Teheran sich dem nicht entgegenstellen, sagte Ahmadinedschad in einem am Sonntag ausgestrahlten Gespräch mit dem Sender. "Welche Entscheidung sie auch immer treffen, sie wäre für uns in Ordnung", sagte er. "Wir denken, das ist das Recht des palästinensischen Volkes. Wir werden ihnen nichts vorschreiben. Wir werden jede ihrer Entscheidungen unterstützen."

Weiter sagte Ahmadinedschad, er erwarte aber, dass auch andere Staaten die Rechte der Palästinenser anerkennen. Ob Iran im Fall einer Zwei-Staaten-Lösung auch Israel akzeptieren werde, ließ er offen. Irans Staatschef verteidigte in dem Interview seine Angriffe auf Israel während der Anti-Rassismus-Konferenz in Genf. "Ich bin der Meinung, das zionistische Regime ist die Manifestation des Rassismus." Ahmadinedschad kritisierte das Fernbleiben der USA von der Konferenz und warf Präsident Barack Obama vor, die "Massaker an den Bewohnern des Gaza-Streifens" unterstützt zu haben.

Ahmadinedschad verneinte die Frage, ob sein Land zu bedingungslosen Verhandlungen mit den USA bereit sei. Für Gespräche müsse ein klarer Rahmen vorliegen, sagte er. "Die Agenda sollte eindeutig sein." Im Atomstreit werde sein Land schon bald ein neues Angebotspaket vorlegen, sagte Ahmadinedschad. "Wir sind immer bereit zum Gespräch." US-Außenministerin Hillary Clinton hatte vergangene Woche vor Abgeordneten harte Strafmaßnahmen gegen Iran angekündigt, sollten die Gesprächsangebote der USA unbeantwortet bleiben.

ffr/AFP/dpa

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