Istanbul - Bei einer Razzia in einem Wohnhaus in Istanbul haben sich türkische Polizisten und linksgerichtete Extremisten eine Schießerei geliefert. Bei dem großangelegten Einsatz sind am Montag mindestens zwei Männer getötet worden. Ein Polizeikommissar und ein unbeteiligter Passant seien bei Schusswechseln tödlich getroffen worden, berichtete der türkische Fernsehsender NTV.
Spezialeinheiten im Einsatz in Istanbul: Tote und Verletzte
Die Regierung habe eine Nachrichtensperre über den Einsatz verhängt, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Polizisten und Linksextremisten hatten sich auf der asiatischen Seite Istanbuls seit dem frühen Morgen Schießereien geliefert. Sieben Beamte und ein Kameramann wurden verletzt.
Die Behörden teilten mit, die Polizei gehe seit dem frühen Morgen im Südosten der Stadt gegen mutmaßliche Terroristen vor, die einen großen Anschlag geplant haben sollen. Fernsehaufnahmen zeigten schwerbewaffnete Polizeieinheiten, die in gepanzerten Fahrzeugen unterwegs waren. Aus einem Haus stieg Rauch auf.
Nach türkischen Berichten gab es mindestens zwölf Festnahmen. Der Gouverneur der Provinz Istanbul, Muammer Güler, erklärte, in dem belagerten Haus habe sich mindestens ein Mitglied einer militanten Untergrundgruppe aufgehalten. Um welche Organisation es sich handelt, wurde vorerst nicht mitgeteilt. Der Extremist sei mit viel Munition und Sprengfallen ausgestattet gewesen und habe deshalb lange Zeit gegen Dutzende Polizisten aushalten können.
Das Fernsehen berichtete später, mindestens drei Militante seien in die Schießerei involviert gewesen. Die Beamten hätten automatische Waffen und Tränengas eingesetzt, gelegentlich seien Explosionen zu hören gewesen. Güler zufolge gab es über Nacht etwa 60 Razzien, bei denen Verdächtige festgenommen und zahlreiche Waffen beschlagnahmt wurden.
Muslimische Extremisten, separatistische Gruppen und andere radikale Organisationen haben in der Vergangenheit wiederholt Anschläge in der Türkei verübt. 2003 kamen bei einer Serie von Qaida-Anschlägen in Istanbul mehr als 60 Menschen ums Leben.
ffr/dpa/AP/Reuters
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