Prag - Für das kleine Albanien ist es ein großer Augenblick: Am Dienstag hat das Land, das als eines der ärmsten in Europa gilt, förmlich um den Beitritt zur Europäischen Union (EU) ersucht. "Das ist ein historischer Moment für mein Land", sagte der albanische Ministerpräsident Sali Berisha. Sein Land sei sehr pro-europäisch eingestellt. Berisha legte den Beitrittsantrag am Dienstag seinem tschechischen Kollegen Mirek Topolanek vor, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat.
EU-Ratspräsident Topolanek, Albaniens Ministerpräsident Berisha: Langer Weg in die Union
Das Land müsse allerdings noch die Rechtsstaatlichkeit verbessern. Auch der freie und faire Charakter der Ende Juni stattfindenden Parlamentswahl sei eine wichtige Bedingung für die weitere Annäherung an die EU. Als nächsten Schritt müssen die 27 EU-Außenminister der Kommission einen Auftrag erteilen, einen Bericht zu erstellen. Dieser dient dann als Grundlage für eine einstimmige Entscheidung darüber, ob Albanien Kandidatenstatus erhält.
In der EU wird die Aufnahme weiterer Mitglieder zunehmend in Frage gestellt. Der Grund ist die große Unsicherheit über das Schicksal des EU-Reformvertrags von Lissabon, der die Arbeitsstrukturen der auf 27 Staaten angewachsenen Gemeinschaft grundlegend reformieren soll, so dass die EU durch die Aufnahme von noch mehr Ländern nicht immer schwerfälliger wird.
Auch schürt der jüngste Streit des EU-Landes Slowenien mit dem Kandidaten Kroatien Besorgnis darüber, dass die Balkan-Länder Konflikte in die EU tragen. Deren Aufnahme soll gerade dazu dienen, den Frieden auf dem westlichen Balkan zu sichern.
beb/Reuters/dpa
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