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01.05.2009
 

"Integrität und Verstand"

Obama sucht neuen Obersten Richter

Zum ersten Mal seit 15 Jahren kann ein demokratischer Präsident in den USA einen obersten Bundesrichter nominieren: David Souter geht in den Ruhestand. Jetzt sucht Barack Obama nach einem Nachfolger mit "scharfem und unabhängigem Verstand".

Washington - Am höchsten Gericht der USA wird ein Platz frei: David Souter, Richter am Obersten Bundesgericht der Vereinigten Staaten, hat US-Präsident Barack Obama am Freitag seinen Rücktritt mitgeteilt. Er werde in diesem Sommer in den Ruhestand gehen, teilte der 69-jährige Richter dem Präsidenten in einem knappen Brief mit. Nach 15 Jahren kann damit erstmal wieder ein Präsident aus dem demokratischen Lager einen Obersten Richter nominieren.

Bundesrichter Souter: Ruhestand nach fast zwei Jahrzehnten
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DPA

Bundesrichter Souter: Ruhestand nach fast zwei Jahrzehnten

Obama unterbrach die tägliche Pressekonferenz seines Sprechers Robert Gibbs, um Souter als fairen, unabhängigen Richter zu loben und ihm für seine Dienste zu danken. Als Nachfolge werde er jemanden nominieren, der einen "scharfen und unabhängigen Verstand" habe und nachweislich "Exzellenz und Integrität" besitze, sagte er Reportern in Washington. Dazu werde er sich sowohl mit Demokraten als auch mit Republikanern beraten.

Nach Obamas Vorstellungen soll der neue Oberste Richter noch vor dem Beginn der neuen Sitzungsperiode Anfang Oktober eingeschworen werden. Schon seit Obamas Amtsantritt vor drei Monaten macht sich die Regierung Gedanken über eine mögliche Besetzung. Die Richter des Supreme Court werden auf Lebenszeit ernannt, Obama kann mit seiner Personalwahl die US-Politik auf Jahrzehnte mitbestimmen. Durch seine Urteile hat das Gericht in der Vergangenheit wiederholt Rechtsgeschichte geschrieben und den USA ein neues Gesicht verpasst.

David Souter wurde 1990 von dem republikanischen Präsidenten George Bush senior ernannt, er wird jedoch dem liberalen Flügel des Gerichts zugeordnet. Meistens stimmt er mit den drei liberalen Richtern. In den vergangenen Jahren sei er zunehmend frustriert gewesen, schreibt die "New York Times". Vier weitere Richter sind konservativ, als Zünglein an der Waage gilt der moderate Richter Anthony Kennedy.

ore/Reuters/AP

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