Washington - Barack Obama redet den Amerikanern ins Gewissen: "Die meisten Amerikaner zahlen ihre Steuern, aber noch weitaus zu viele drücken sich davor", sagte der US-Präsident bei der Vorstellung seiner Steuerreform-Pläne. Bei dem Appell an die Moral soll es aber nicht bleiben: Für US-Unternehmen soll es künftig schwerer fallen, Profite steuersparend in Übersee zu parken. Auch reiche Amerikaner, die mit Hilfe von Auslandskonten den heimischen Fiskus umgehen wollen, müssen sich auf schärfere Regularien gefasst machen.
US-Präsident Obama: "Die Steuergesetze sind voller Schlupflöcher"
"Die Steuergesetze sind voller Schlupflöcher, die es für Unternehmen völlig legal machen, ihren fairen Anteil nicht zu zahlen", kritisierte der Präsident. "Wir werden gegen Amerikaner vorgehen, die die Regeln überdehnen oder brechen." Obama kündigte an, dass die US-Steuerbehörde 800 weitere Mitarbeiter einstellen wird, um im Kampf gegen Steuervermeidung und -flucht vorzugehen.
"Wir glauben an die Chancengleichheit"
Die 20 größten Wirtschaftsmächte waren bei ihrem Gipfeltreffen Anfang April in London übereingekommen, dass Steuerparadiese künftig viel stärker als bisher kontrolliert werden sollen. Wenn sie nicht mit den Steuerbehörden anderer Länder zusammenarbeiten, kommen sie auf eine schwarze Liste. Außerdem können sie auch bestraft werden. Die G20 hatten die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit aufgefordert, eine Liste "Schwarzer Schafe" zu veröffentlichen.
Finanzminister Timothy Geithner sagte, die Regierung sei entschlossen, "nicht begründbare" Schlupflöcher für einige Firmen und reiche Einzelpersonen zu schließen. "Wir glauben an Chancengleichheit", sagte Geithner. Bedauerlicherweise gebe das Steuerrecht Firmen, die im Ausland investierten und Arbeitsplätze schafften, Wettbewerbsvorteile gegenüber den Unternehmen, die das gleiche in den USA täten.
Nach Angaben des Weißen Hauses hatten multinationale US-Unternehmen im Jahr 2004 für Gewinne in Höhe von 700 Milliarden Dollar (heute 530 Milliarden Euro) gerade einmal 16 Milliarden Dollar Steuern gezahlt - nur 2,3 Prozent. Derzeit hätten die 100 größten amerikanischen Firmen unterdessen mindestens 83 Tochterunternehmen in internationalen Steuerparadiesen.
Der Obama-Plan sieht vor, den rechtlichen Status von Auslands-Töchtern amerikanischer Firmen so zu ändern, dass sich damit schwerer als bisher Steuern umgehen lassen. Davon sollen auch die Länder profitieren, in denen die Unternehmensableger sitzen. Bislang dürfen US-Unternehmen Steuern aus Gewinnen durch Geschäfte im Ausland, die durch Werkschließungen in den USA und die Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer entstanden, gegenüber dem US-Fiskus stunden.
Das wirkte sich praktisch als Anreiz zur Job-Verlagerung aus, da die Neuinvestitionen im Ausland in den USA steuerlich abgesetzt werden konnten. Künftig sollen dem Weißen Haus zufolge Investitionen nur dann in den USA abgesetzt werden können, wenn die Gewinne aus dem Ausland steuerlich voll angerechnet werden. Davon erhofft sich das Weiße Haus Einnahmen in Höhe von 60,1 Milliarden Dollar.
Zudem soll es US-Unternehmen den Angaben zufolge schwerer gemacht werden, Steuerzahlungen im Ausland auf die Steuerlast in den USA anzurechnen. Die bisherige Bestimmung sei ein Schlupfloch, da viele Firmen ihre Steuerlast im Ausland "künstlich aufblähen oder beschleunigen", um in den USA Steuern zu sparen, hieß es in Washington weiter. Die Schließung dieses Schlupflochs werde 43 Milliarden Dollar einbringen, teilte das Weiße Haus mit.
US-Unternehmen müssen ausländische Tochtergesellschaften in Steuerparadiesen künftig beim US-Fiskus als eigenständige Unternehmen anmelden. Das solle bis 2019 allein 95,2 Milliarden Dollar einbringen. Bislang hatten US-Firmen solche Tochtergesellschaften durch Steuertricks vor dem Finanzamt verbergen können.
Unternehmensvertreter kritisierten die Pläne scharf. "Das ist alles ganz schlecht", sagte der Steuerlobbyist Kenneth Kies. "Das wird für die Unternehmenswelt der umfangreichste Kampf über die kommenden zwei Jahre", sagte Kies, die unter anderem die US-Weltkonzerne General Motors, Anheuser-Bush und Microsoft vertritt.
sac/dpa/AFP/Reuters
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Es gehen ja schon böse Gerüchte in Amerika um, dass der Herr „Ja, wir können! [Ja, was denn eigentlich?]“ den Menschen ihre Waffen wegnehmen wollte, was natürlich gegen das Recht Waffen zu tragen und zu besitzen verstoßen würde [...] mehr...
Keine Sorge. Da sind wir hier sicher unter uns. Wir sind nur die einzigen, die es zugeben, bzw. die anderen hatten eben das Glück, noch nicht erwischt zu werden. :-) Ich denke schon, dass es was bringen würde. Es wäre sehr [...] mehr...
Schliese mich Ihrer zweiten Eigenschaft an. Ich vertrete jedoch auch die Überzeugung, dass die gegenwärtige Reform nicht den erhofften Aufschwung bringen wird. mehr...
Zur Ergänzung: Bewährungsfrist ist bereits abgelaufen. mehr...
Natürlich, auch wenn hier Fachfremde versuchen, in diesen faulen Löchern herumzustochern. Die Produktivitätsfortschritte zusammen mit niedrigeren, transparenten Steuersätzen würden völlig ausreichen, um eine soziale [...] mehr...
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