Mogadischu - Es waren die schwersten Kämpfe seit Jahresbeginn in der somalischen Hauptstadt Mogadischu: 60 Menschen wurden verletzt und mindestens 35 getötet, als Radikal-Islamisten mit Granaten und Maschinengewehren gegen eine von der Regierung unterstützte islamische Miliz vorgingen.
Schwere Kämpfe in Somalia: Ein verletztes Mädchen wird ins Medina-Krankenhaus von Mogadischu gebracht
Zunächst war es der "Miliz der Union der Islamischen Gerichte" gelungen, einen Polizeiposten zu erobern. Die Gruppe unterstützt den gemäßigten Islamisten Sheik Sharif Ahmed. Anschließend kam es dann zu stundenlangen Gefechten mit den Kämpfern der "Hizbul Islam" und der Al-Schabab Miliz. Letztere sehen in Sheik Sharif lediglich ein Werkzeug des Westens, obwohl dieser islamisches Recht, die Scharia, in Somalia eingeführt hat und mit Hilfe religiöser Führer den Dialog mit den radikalen Gruppen sucht.
In dem Konflikt zwischen radikalislamischen Gruppen und der Regierung sind in den vergangenen zwei Jahren rund 16.000 Menschen getötet worden. Ali Mohamed, ein 20 Jahre alter Bewohner von Mogadischu, sagte einem Reporter der Nachrichtenagentur AP, er habe alle Hoffnung für seine Nation aufgegeben, wo seit 1991 das Chaos herrscht. "Die Zukunft ist düster."
Die Vereinigten Staaten befürchten, Somalia könnte langfristig zu einer Brutstätte von Terroristen werden, vor allem seit Osama bin Laden seine Unterstützung für die militante islamistische Bewegung al Schabab verkündet hat. Die soll jenen Terroristen Unterschlupf gegeben haben, die 1998 in Kenia und Tansania Anschläge auf US-Botschaften verübten.
ala/dpa/AP
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