SPIEGEL ONLINE: Normalerweise sprechen US-Regierungen nicht über israelische Atomwaffen. Sollte dieses Tabu erhalten bleiben?
Präsident Obama: Tabubruch gegenüber Israel
Herf: Auf jeden Fall. Es gibt keinen Grund öffentlich über israelische Atomwaffen zu diskutieren. Es gibt auch keine Gründe über die Atomwaffen anderer amerikanischer Alliierter wie etwa Großbritannien und Frankreich zu diskutieren.
SPIEGEL ONLINE: Die Chefin der US-Abrüstungsgespräche, Rose Gottemoeller, hat Israel aufgefordert seine Atomwaffen vorzuzeigen und dem Vertrag für die Nichtverbreitung von Nuklearmaterial beizutreten. Ist das nicht - mit Blick auf Gespräche mit Iran - ein kluger Schachzug?
Herf: Ich weiß nicht, was der Zweck eines solchen Vorschlages sein soll. Geht es darum, die Legitimität israelischer Atomwaffen zu stärken? Oder geht es darum, Druck auszuüben, damit Israel abrüstet? Wenn das der Grund ist, kommt es einer Beschwichtigungspolitik gegenüber Iran gleich. Atomwaffen dienen der Abschreckung für den schlimmsten Fall. Außerdem ist es Iran und nicht Israel, das zahlreiche Beschlüsse des Uno-Sicherheitsrates verletzt. Es ist Iran, dessen nukleare Ambitionen drohen, den Nichtverbreitungsvertrag für Nuklearwaffen wirkungslos zu machen.
SPIEGEL ONLINE: Wenn Iran die Bombe bekommt, was wäre die Folge?
Herf: Dann beginnt ein nukleares Wettrennen in dem unberechenbarsten Teil des Globus. Das wäre zugleich das Ende des Nichtverbreitungsvertrag für Nuklearwaffen.
SPIEGEL ONLINE: Wie würden sie die neue Politik gegenüber Israel beschreiben?
Herf: Es ist zu früh, ein Urteil abzugeben. Wenn sich die diplomatischen Bemühungen der Regierung Obama, Iran von seinen nuklearen Ambitionen abbringen, über eine sehr kurze Zeit hinziehen, dann hat das einen Wert. Aber ich kann mir nicht vorstellen, das die USA Iran jetzt etwas anbieten können, das nicht in den letzten fünf Jahren vom "Quartett" der Europäer bereits angeboten wurde. Wenn die US-Regierung wirklich glaubt, dass Lächeln und ein neuer Ton das iranische Verhalten ändern werden, dann verfolgt sie eine Politik, die naiv und potentiell gefährlich ist.
SPIEGEL ONLINE: Das heißt, der Präsident kann mit einer Unterstützung des israel-freundlichen Teils der Demokratischen Partei nicht rechnen?
Herf: Wenn es sein Ansatz ist, ein Iran mit Atomwaffen zu akzeptieren, dann unterstütze ich das auf keinen Fall. Wenn der Ansatz ist, Verhandlungen hinauszuziehen, bis Iran die Bombe hat, unterstütze ich das nicht. Wenn der neue Ansatz aber bedeutet, Verhandlungen mit klaren Zeitvorgaben und größeren wirtschaftlichen Sanktionen für alle Staaten und Firmen zu erreichen, die Iran helfen die Bombe zu bauen, verbunden auch mit der Möglichkeit militärischer Mittel, Irans Atomprogramm zu vernichten, wenn alle anderen Maßnahmen erfolglos sind, dann unterstütze ich eine solche Politik.
Das Interview führte Gabor Steingart, Washington
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Auch heute wäre Kompromissbereitschaft aller Beteiligten in der Region von Vorteil. Ich sehe sogar in der Kompromissbereitschaft aller Seiten die einzige Lösung. Keine Macht mehr den Fundamentalisten, das sollte für kluge [...] mehr...
Ich kann nicht beurteilen, ob die Idee wirklich hoffnungslos ist. Man muss bedenken, dass sich Israel nur so lange halten konnte, weil es massiv aus den USA unterstütz wurde und wird. Ob das weiter so bleibt, bezweifele [...] mehr...
Sie haben wohl nicht richtig meinen Beitrag gelesen. hier geht es nicht um igendeinen Staat sondern um Menschen. Wie man diese Bevölkerung nennt ist doch vollkommen egal. Aus meinem Beitrag war klar ersichtlich, dass - entgegen [...] mehr...
Das mag sein, aber umso logischer wäre es halt, diese hoffnungslose Idee endlich mehr oder weniger aufzugeben und sich lieber um eine realistische Lösung in der Gegenwart zu kümmern. Zumal die Zeit ja nicht unbedingt für die [...] mehr...
Und dennoch hat das Land was sie vorher besiedelten ihnen gehört. Nach ihrer Theorie müssten ja Kurden etc. besitzlos sein. Dann kam die UNO und hat dann mal so das Land geteilt OHNE die Besitzverluste auf Seiten der [...] mehr...
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