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11.05.2009
 

Kampf gegen Taliban

Obama feuert Kommandeur in Afghanistan

US-Präsident Barack Obama will im Kampf gegen die Taliban nicht nur mehr Soldaten einsetzen, er agiert auch an der Spitze der Truppen: Der Kommandeur in Afghanistan, David McKiernan, wird nach weniger als einem Jahr abgelöst.

Washington - US-Präsident Barack Obama ordnet einen Wechsel an der Führungsspitze des US-Militärs in Afghanistan an: Kommandeur David McKiernan durch Stanley McChrystal ersetzt.

David McKiernan: Seit 2008 Kommandeur in Afghanistan
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REUTERS

David McKiernan: Seit 2008 Kommandeur in Afghanistan

"Wir können und müssen besser in Afghanistan agieren", sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates am Montag in Washington. In Afghanistan sei eine neue Führung notwendig gewesen. Neuer US-Kommandeur in Afghanistan werde General Stanley McChrystal.

In Afghanistan seien ein "neues Denken" und ein "neuer Ansatz" gefordert, betonte Gates und verwies auf die neue Strategie von Obama für Afghanistan, der die US-Truppen verstärkt und ein neues Schwergewicht auf die zivile und wirtschaftliche Hilfe gelegt habe.

McChrystal, ein Mitglied des US-Generalstabs, war früher Kommandeur des Joint Special Operations Command in Fort Bragg - das heißt, er hat große Erfahrung auf dem Gebiet von Spezialoperationen.

McKiernan war erst seit 2008 Kommandeur der internationalen Schutztruppe Isaf und der US-Streitkräfte in Afghanistan. Er hatte angesichts des Erstarkens der aufständischen Taliban zusätzliche Truppen gefordert. Zuletzt sind die US-Truppen jedoch selbst wegen Opfern unter der Zivilbevölkerung bei amerikanischen Luftangriffen in die Kritik geraten.

Eine vom afghanischen Präsidenten Hamid Karzai angeordnete Untersuchung hat derweil ergeben, dass am Montag und Dienstag vergangener Woche in der westlichen Provinz Farah 140 Zivilisten, unter ihnen Kinder, durch US-Luftangriffe getötet wurden. Das teilte der Polizeichef der Provinz, Abdul Ghafar Wandar, am Montag unter Berufung auf den Leiter des Untersuchungsteams, Armeestabschef General Bismullah Khan, mit. Demnach wurden bei den Bombardements weitere 25 Zivilisten verletzt und zwölf Häuser zerstört.

Karzai hatte zuvor bereits von bis zu 130 getöteten Zivilisten gesprochen und ein Ende der US-Luftangriffe in Afghanistan gefordert. Das US-Militär wies dagegen Berichte über mehr als 100 Tote, darunter zahlreiche Zivilisten, als "übertrieben" zurück und machte für einen Teil der tödlichen Angriffe die islamistischen Taliban-Rebellen verantwortlich.

Ein Sprecher der Uno-Mission in Kabul sagte, es stehe fest, dass es bei den Angriffen viele Tote unter der Zivilbevölkerung gegeben habe, auch wenn die Zahlen im Einzelnen umstritten seien. Wer immer für die zivilen Todesopfer verantwortlich sei, müsse dafür zur Verantwortung gezogen werden, fügte Aleem Siddique hinzu.

als/dpa

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