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13.05.2009
 

Guatemala

Anwalt kündigte eigene Ermordung durch Killer des Präsidenten an

Der Mord an dem Anwalt Rodrigo Rosenberg setzt Guatemalas Präsidenten unter Druck: In einer vom Opfer hinterlassenen Video-Botschaft beschuldigte der Jurist Staatschef Colom, ein Killerkommando auf ihn angesetzt zu haben.

Guatemala-Stadt - Auf seinem Fahrrad wurde der Anwalt Rodrigo Rosenberg am Sonntag in Guatemala-Stadt erschossen. Einen Tag später, bei der Beisetzung, wurde ein Video verbreitet, das jetzt den Präsidenten des Landes massiv unter Druck setzt. Denn das Mordopfer Rosenberg selbst beschuldigt darin das Staatsoberhaupt, ihm nach dem Leben zu trachten: "Wenn Sie dieses Video sehen, hat Alvaro Colom mich ermordet."

Erschossen auf offener Straße: Ein Feuerwehrmann bedeckt die Leiche von Anwalt Rodrigo Rosenberg mit einer Decke
REUTERS

Erschossen auf offener Straße: Ein Feuerwehrmann bedeckt die Leiche von Anwalt Rodrigo Rosenberg mit einer Decke

Der Präsident bestreitet dagegen, in die Tat verwickelt zu sein. "Das Video ist eine Fälschung. Ich bin kein Mörder und auch kein Drogenkrimineller", erklärte Colom im Fernsehen. Der Anwalt Rosenberg hatte in dem etwa 20-minütigen Video auch behauptet, die Regierung stecke mit dem organisierten Verbrechen unter einer Decke. Staatschef Colom betonte, die Vorwürfe seien völlig haltlos.

Rosenberg war am Sonntag in einem Vorort der Hauptstadt erschossen worden. Er vertrat den Geschäftsmann Khalil Musa, der über Beweise für eine Zusammenarbeit der guatemaltekischen Regierung mit der Drogenmafia verfügt haben soll. Musa und seine Tochter wurden vor zwei Monaten ebenfalls ermordet.

Nachdem mehrere Fernsehsender das Video ausgestrahlt hatten, zogen in Guatemala-Stadt Hunderte Menschen auf die Straße. Sie forderten den Rücktritt des Präsidenten. Oppositionsführer Otto Perez rief Colom auf, zumindest für die Dauer der Ermittlungen sein Amt niederzulegen.

Seit seiner Amtsübernahme im Januar 2008 hat Colom kaum Erfolge im Kampf gegen Drogenkartelle und Straßenbanden erzielt. Viele Polizisten, Richter und Politiker arbeiten mit dem organisierten Verbrechen zusammen. Zahlreiche Bereiche des öffentlichen Lebens sind von Korruption durchdrungen.

fge/Reuters/AP/dpa

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