Hamburg - Der letzte Angriff erfolgte am Samstag: Im Norden Afghanistans sind deutsche Soldaten binnen 24 Stunden dreimal attackiert worden. Der jüngste Angriff ereignete sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums gegen 17 Uhr MESZ, als deutsche Soldaten der Schnellen Eingreiftruppe (Quick Reaction Force) westlich von Kunduz mit vier Panzerfaustgranaten beschossen. Die Angreifer seien geflohen. Verletzte oder Sachschäden gab es bei der QRF den Angaben zufolge nicht.
Bereits am Freitag waren Bundeswehrsoldaten westlich von Kunduz zweimal mit Handwaffen und Panzerfäusten beschossen worden, wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte. Nach einem ersten Angriff um 17.05 Uhr MESZ hätten sie das Feuer erwidert und die Aufständischen zum Rückzug gezwungen. Nur wenige Minuten später seien die Soldaten erneut angegriffen worden. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor.
In der Gegend von Kunduz werden deutsche Soldaten in jüngster Zeit fast täglich angegriffen. Ende April war ein Soldat bei einem Überfall getötet worden.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung bekräftigte in einem Interview dennoch, er sehe den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr nach wie vor nicht als Krieg. "Im Krieg bauen Sie keine Schulen, im Krieg bauen Sie keine Krankenhäuser, im Krieg bilden Sie keine Streitkräfte aus", sagte der CDU-Politiker der "Rhein-Neckar-Zeitung". Tatsache sei, "dass Soldaten auch im Einsatz für den Frieden fallen können". Mit Blick auf die Akzeptanz in der Bevölkerung erklärte der Minister: "Ich denke, es gibt doch eine immer breitere Zustimmung für diesen Einsatz."
Jung erneuerte die Forderung nach einer Grundgesetzänderung, damit die Bundeswehr Geiseln aus der Hand von Piraten befreien könne. "Wenn Sie handeln müssen, ist es klüger, Sie können schneller handeln, als dass Sie erst drei Wochen brauchen, bis Sie ein Kontingent verlegt haben."
flo/AFP/AP
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