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21.05.2009
 

Bürgerkrieg

Sri Lankas Sieger fürchten neue Gewalt

Von Hasnain Kazim

2. Teil: Wie die Regierung von Sri Lanka Oberhand gewann im Krieg gegen die LTTE

Auch die Regierung von Sri Lanka nahm es mit der Wahrheit nicht so genau: Sie behinderte Journalisten bei der Arbeit in dem Land und verlangte von den Berichterstattern, "patriotisch" zu denken - sie sollten es unterlassen, das nicht gerade zimperliche Vorgehen des Militärs zu kritisieren. Schlägertrupps zerstörten allzu kritische Sender und lauerten aufmüpfigen Journalisten auf. Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" stufte das Land in ihrer "Rangliste der Pressefreiheit" auf Platz 165 von 173 Staaten ein.

In dieser Propagandaschlacht kritisierte die LTTE, die Soldaten würden auch auf Zivilisten schießen; Colombo wiederum warf den Terroristen vor, unschuldige Menschen als Schutzschilde zu missbrauchen. Mahinda Rajapakse, der die Präsidentschaftswahl 2005 mit dem Versprechen gewonnen hatte, das Problem militärisch zu lösen, verstärkte die Angriffe auf Hochburgen der LTTE. Im Januar 2008 kündigte er das ohnehin brüchige Waffenstillstandsabkommen und startete Anfang 2009 eine neue Offensive. Rasch schrumpfte das von den Befreiungstigern kontrollierte Gebiet. Zuletzt betrug es nur noch wenige Quadratkilometer. Unterstützt wurde Colombo mit Waffenlieferungen aus China und Pakistan.

Während das Gebiet des erträumten Tamilenstaates dahinschmolz, wurde Prabhakaran zum Gejagten. Die Giftkapsel, die er nach eigenen Angaben stets bei sich trug, um sich rechtzeitig vor einer Gefangennahme das Leben zu nehmen, kam nicht zum Einsatz. "Ich bin stolz, verkünden zu können, dass meine Regierung unter dem totalen Einsatz unserer Streitkräfte in einer nie dagewesenen humanitären Operation die LTTE endgültig besiegt hat", verkündete Präsident Rajapakse jetzt. Da die LTTE bestritt, das Militär habe ihren Chef bei der Flucht in einem Krankentransporter erwischt und ihn sowie seinen ältesten Sohn Charles Anthony und weitere Kader erschossen, entschied sich die Regierung, Fotos des toten Prabhakaran an die Presse zu verteilen.

Der 20. Mai, der Tag, an dem die Regierung offiziell ihren Sieg über die LTTE erklärte, soll ein nationaler Feiertag werden, kündigte Rajapakse weiter an, nachdem ihm sein Bruder Gotabhaya, Verteidigungsminister von Sri Lanka, und Armeechef Sarath Fonseka, ein Freund der Familie, über den Erfolg informiert hatten.

Rajapakse erklärte, er wolle den Tamilen die Hand reichen und über eine Machtbeteiligung reden. Eine militärische Lösung sei keine endgültige Lösung. Es sei an der Zeit, den Tamilen die Freiheiten zu geben, die die Menschen auch in anderen Teilen Sri Lankas genießen würden. Auch die LTTE zeigte sich zunächst bereit, die Waffen ruhen zu lassen. "Um dem Feind keine Ausrede mehr zum Töten unserer Leute zu geben, haben wir uns entschlossen, unsere Waffen schweigen zu lassen", teilte sie mit.

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