Das Berliner Kammergericht hat einen Top-Spion des Bundesnachrichtendienstes (BND) zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der Kaufmann aus Hessen, mit iranischem und kanadischem Pass, hatte den BND unter dem Decknamen "Sindbad" über viele Jahre mit geheimen Informationen über das iranische Rüstungsprogramm beliefert und dafür rund eine Million Euro erhalten.
Weil er allerdings gleichzeitig Hightech- Ausrüstungsgegenstände an eine Firma verkaufte, die im Verdacht steht, der Produktion von "Schahab"-Raketen für Teheran zuzuarbeiten, wurde er Anfang Oktober vergangenen Jahres festgenommen (SPIEGEL 42/08).
Dem Urteil des Kammergerichts ging ein Deal voraus: Um weiteres Aufsehen zu vermeiden, einigten sich die Justiz, der Angeklagte und der BND darauf, dass der Prozess ohne langwierige Hauptverhandlung stattfindet.
Im Gegenzug soll "Sindbad" Deutschland nach seiner Verurteilung verlassen; rechtlich ist es möglich, die Strafe im Ausland zu verbüßen. Bis heute sind sich BND-Experten nicht sicher, ob "Sindbad" womöglich ein Doppelagent war, der seine Informationen mit Wissen der Regierung in Teheran an die Deutschen lieferte.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH