Jerusalem/Teheran - Venezuela und Bolivien sollen angeblich Uran für das iranische Atomprogramm liefern. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen geheimen Bericht der israelischen Regierung. Die beiden südamerikanischen Länder pflegen gute Beziehungen zu Iran, bisher wurde ihnen jedoch nicht vorgeworfen, im Atomprogramm verwickelt zu sein.
Die Anreicherung von Uran wird von Israel als strategische Bedrohung aufgefasst, weil das radioaktive Material nicht nur zu zivilen Zwecken, sondern auch zum Bau einer Atomwaffe verwendet werden könnte. Das dreiseitige Dokument aus dem israelischen Außenministerium wiederum beruft sich auf Berichte des Geheimdienstes. Außerdem soll die Hisbollah Zellen in Südamerika unterhalten. Dem Bericht zufolge versuche der venezolanische Präsident Hugo Chavez mit seiner Unterstützung Irans, die Außenpolitik der Vereinigten Staaten zu hintertreiben.
Bisher hat weder Israel noch Bolivien oder Venezuela den Bericht kommentiert. Venezuela hat den israelischen Botschafter während der Gaza-Offensive dieses Jahr des Landes verwiesen, Israel revanchierte sich und schickte den venezolanischen Gesandten außer Landes. Bolivien hat die Beziehungen zu Israel wegen des Gaza-Kriegs abgebrochen.
Ahmadinedschad lehnt Verhandlungen ab
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte am Montag, er werde nicht mehr mit den Weltmächten im Uno-Sicherheitsrat und Deutschland über das Atomprogramm verhandeln. "Unsere Atomgespräche werden von nun an nur noch mit den zuständigen Organisationen wie der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) geführt. Damit rückt eine Wiederaufnahme der festgefahrenen Atomverhandlungen in immer weitere Ferne.
Nach Angaben aus gut informierten Kreisen hatten zuvor Vertreter der Vetomächte im Sicherheitsrat plus Deutschland (5+1) bei einem Besuch in Teheran darauf gedrängt, noch vor der Präsidentenwahl am 12. Juni zumindest Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Verhandlungen zu zeigen. Die nächste Amtsperiode des iranischen Präsidenten beginnt im August. Dieser würde möglicherweise einen neuen Atomchefunterhändler benennen, so dass mit einer Wiederaufnahme der Verhandlungen frühestens im Herbst gerechnet würde.
Die fünf Mächte des Weltsicherheitsrates plus Deutschland bemühen sich derzeit, Iran zurück an den Verhandlungstisch zu bringen. Sie verdächtigen das Land, Atombomben bauen zu wollen und wollen es dazu bringen, auf sein umstrittenes Urananreicherungsprogramm zu verzichten.
ore/AP/dpa
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