Berlin - Der Kurzbesuch des US-Präsidenten in Deutschland Ende kommender Woche führt erneut zu Spannungen zwischen Barack Obama und Kanzlerin Angela Merkel (CDU).
Barack Obama (2008 in Berlin): Diplomatisches Gezerre um seinen Besuch in Deutschland
Mit Unterstützung des Kanzleramts hatten die wahlkämpfenden CDU-Ministerpräsidenten von Thüringen und Sachsen, Dieter Althaus und Stanislaw Tillich, vorgeschlagen, Obama möge etwa den Dresdner Zwinger und die Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek besuchen sowie in beiden Städten ein Bad in der Menge nehmen. Obamas Protokollbeamte lehnten diese Ideen bei einer Vorausreise vor Pfingsten ab. Der Präsident wolle sich auf die Besuche des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald und der US-amerikanischen Militärstützpunkte Ramstein und Landstuhl konzentrieren.
Vorgesehen ist immerhin ein Gespräch mit der Kanzlerin in Dresden, wo Obama am Donnerstag übernachtet. Regierungsbeamte in Berlin hoffen noch auf Verbesserungen des Programms, haben jedoch bisher den Eindruck, Obama lege in Deutschland nur einen "Zwischenstopp" zwischen seiner politisch brisanten Nahost-Rede am 4. Juni in Kairo und dem Besuch in Frankreich am 6. Juni ein. Dort empfängt Präsident Nicolas Sarkozy den Amerikaner sowohl in Paris als auch bei der Gedenkfeier zur Landung der Alliierten in der Normandie 1944.
Für Merkels Termintortur hat der Franzose nur Spott übrig. "Merkel kann den US-Präsidenten nicht einmal in der Hauptstadt empfangen", wird der Präsident zitiert, "ich kann ihn in der Normandie treffen und in Paris."
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