Hamburg - Mit den geplanten Attacken solle Vergeltung für das deutsche Engagement in Afghanistan geübt und der Rückzug der Bundeswehr erreicht werden. Die Einschätzung basiert unter anderem auf einer neuen Warnung der US-Regierung, derzufolge die Führung von al-Qaida im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet eine entsprechende Entscheidung getroffen habe. Mit der Durchführung sei die nordafrikanische Filiale der Organisation - al-Qaida im Maghreb - beauftragt worden.
Mitarbeiterin im Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) Berlin: Al-Qaida im Maghreb gilt aus deutscher Sicht als besonders gefährlich
Erst im April war die Darmstädterin Marianne P. nach mehreren Monaten Geiselhaft freigelassen worden, nachdem sich die Regierung von Mali bereit erklärt hatte, einen inhaftierten Qaida-Mann zu entlassen.
Das BKA und die Geheimdienste gehen davon aus, dass künftige Entführungen aufgrund der Anweisung der Qaida-Spitze weniger glimpflich verlaufen könnten und mit unerfüllbaren politischen Forderungen wie dem Rückzug aus Afghanistan verbunden würden.
Zu der jüngsten Lageeinschätzung passt die hohe Zahl an Videos aus Afghanistan, in denen die Politik der Bundesregierung attackiert wird. Erst Ende vergangener Woche war ein neuer Propagandafilm der "Islamischen Dschihad-Union" bekanntgeworden, in dem mit Anschlägen gedroht wird.
Anfang des Jahres hatte der in Afghanistan untergetauchte Bonner Islamist Bekkay Harrach Angriffe gegen Deutschland angedroht. Harrach soll eine wichtige Rolle bei al-Qaida spielen.
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