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12.06.2009
 

Präsidentschaftswahl in Iran

Mussawi und Ahmadinedschad reklamieren Sieg für sich

Nie zuvor haben sich in der Geschichte Irans so viele Menschen an den Wahlen beteiligt. Hossein Mussawi ruft sich bereits zum nächsten Präsidenten aus - doch im Staatsfernsehen wird Mahmud Ahmadinedschad als Sieger verkündet.

Teheran - Der Wähleransturm war so immens, dass die Öffnungszeiten der Wahllokale mehrmals verlängert wurden - denn diese Entscheidung könnte Iran maßgeblich wandeln. Wird der nächste Präsident ein Reformer, also Hossein Mussawi? Oder wird Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Amt bestätigt, der populistische Hardliner, der für den Konfrontationskurs zum Westen steht?

Noch vor dem offiziellen Ende der Präsidentenwahl erklärten sich die beiden Top-Favoriten zum Sieger: Die amtliche Nachrichtenagentur IRNA meldete am Abend, Präsident Ahmadinedschad sei wiedergewählt worden.

Ahmadinedschads reformorientierter Herausforderer Mussawi erklärte dagegen auf einer Pressekonferenz, er habe "definitiv die Wahl gewonnen". Seine Siegeserklärung beruhe auf "allen Anzeichen aus dem ganzen Iran".

Erste Prognosen sehen Ahmadinedschad vorn

Nach den ersten Auszählungen liegt Ahmadinedschad mit 68 Prozent der Stimmen vorne, erklärte die Wahlkommission nach Auszählung von rund fünfzehn Millionen Stimmen und 47 Prozent der Wahlurnen. Mussawi vereinigte bei diesem ersten Zwischenstand den Angaben zufolge nur 30 Prozent auf sich. Allerdings kamen die ersten Ergebnisse fast ausschließlich aus ländlichen Stimmbezirken - und die Landbevölkerung unterstützt mehrheitlich Ahmadinedschad. Gut ausgebildete Städter sind dagegen eher für Mussawi, ebenso wie viele Frauen, die sich von dessen charismatischer Ehefrau Sahra Rahnaward feministischen Einfluss erhoffen.

Die Nacht der Auszählung wird also lang - offizielle Ergebnisse werden nicht vor Samstag erwartet.

Der Wahlkampf wurde von harten Auseinandersetzungen zwischen Mussawi und Ahmadinedschad geprägt. Der 67-jährige Mussawi, der in den achtziger Jahren Ministerpräsident war, warf Ahmadinedschad vor, er lenke das Land in eine Diktatur. Die Revolutionsgarde warnte das Reformlager, sie werde jede "Revolution" der "grünen Bewegung" Mussawis zerschlagen.

Das Innenministerium gab bekannt, dass alle Kundgebungen und politischen Versammlungen bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse am Samstag verboten sind. Der geistliche Führer Ajatollah Ali Chamenei rief die Wähler zur Ruhe auf. Wenn einige Spannungen schaffen wollten, dann würde dies dem Volk nur schaden, mahnte Chamenei, der offiziell keine Präferenz für einen der vier Kandidaten erkennen ließ. Neben Ahmadinedschad und Mussawi sind das Parlamentspräsident Mahdi Karrubi und der ehemalige Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohsen Resai.

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REUTERS
Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

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AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

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Nahost

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Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung

jul/dpa/AP/AFP/Reuters

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