Berlin/Sanaa - Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat den Tod von zwei im Jemen vermissten deutschen Frauen bestätigt. "Wir müssen heute leider davon ausgehen, dass sich unter den Opfern zwei vermisste deutsche Frauen befinden", sagte Steinmeier am Dienstag in Berlin. Die Umstände des Todes seien noch unklar. Man müsse davon ausgehen, dass sich die weiteren fünf deutschen Vermissten - eine fünfköpfige Familie - "in den Händen von skrupellosen Gewalttätern befinden". In Kürze soll ein deutsches Expertenteam in den Jemen geschickt werden, um die Identität der Toten endgültig zu klären.
Steinmeier sagte: "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten in dieser Stunde den Angehörigen, den Familien und den Freunden der Opfer. Wir sind in dieser schweren Stunde in der Trauer mit ihnen vereint." Am Morgen habe er mit dem jemenitischen Außenminister telefoniert. "Er hat mir zugesagt, dass die jemenitische Regierung und ihre Behörden alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um das Schicksal der jetzt noch vermissten deutschen Staatsangehörigen aufzuklären", berichtete Steinmeier. "Ich habe unterstrichen, dass für die Bundesregierung die Unversehrtheit und das Leben unserer Landsleute oberste Priorität hat." Der Bundesminister ergänzte, der Krisenstab im Auswärtigen Amt setze seine Bemühungen unverändert und unvermindert intensiv fort. Die Regierung werde alles dafür tun, die Vermissten "heil und gesund" wieder nach Hause zu bringen.
Die Leichen der beiden Frauen aus Deutschland und einer Koreanerin waren am Montag von Hirten in einem Tal in der Provinz Saada gefunden worden. Die deutschen Pflegehelferinnen und die koreanische Lehrerin waren am Freitag während eines Ausfluges mit der deutschen Familie und einem 45 Jahre alten britischen Ingenieur nördlich der Hauptstadt Sanaa entführt worden. Die Ausländer hatten alle im Dschumhuri-Krankenhaus in Saada gearbeitet.
Die jemenitischen Sicherheitskräfte haben am Dienstag Regionen im Norden des Landes auf der Suche nach den übrigen Geiseln durchkämmt. Der Einsatz erfolge in der Provinz Saada, sagte ein Vertreter des Innenministeriums in Sanaa.
Die deutsche Botschaft in Sanaa hatte den Vater der fünfköpfigen deutschen Familie, Johannes H., nach Informationen von SPIEGEL ONLINE aus Sicherheitskreisen vor rund drei Monaten explizit vor Reisen nach Sadaa gewarnt. Er ging aber offenbar trotzdem zurück dorthin, um seinen Job als Techniker in einem Krankenhaus wieder aufzunehmen. H. lebte dort mit seiner Frau Sabine, und den drei Kleinkindern Lydia, Anna und Simon. Ansonsten halten sich dort kaum Menschen aus dem Westen auf, selbst die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" hat das Gebiet verlassen.
ler/dpa/AFP/AP
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