Moskau/Minsk - Russland und Nachbar Weißrussland haben eigenem Bekunden nach ihre Handelsstreitigkeiten beendet. Die Regierung in Minsk hob nach nur einem Tag die Order über zusätzliche Zollkontrollen an den Grenzen zu Russland wieder auf. Abhängig von der weiteren Entwicklung könnten diese allerdings wieder aufgenommen werden, drohte eine Vertreterin des weißrussischen Präsidialamtes vorsorglich.
Die langjährigen Partner Minsk und Moskau waren aneinander geraten, nachdem Russland in der vergangenen Woche einen Import-Stopp für weißrussische Molkereiprodukte verhängt hatte, angeblich wegen unzureichender Erfüllung hygienischer Standards. Der Handelskonflikt traf Weißrussland schwer, da das Land stark von Exporten auf den russischen Markt abhängig ist.
Jetzt teilte der Chef der russischen Verbraucherschutzbehörde, Gennadi Onnischtschenko mit, beide Seiten hätten sich geeinigt. Der weißrussische Agrarminister Semjon Schapiro gab sich optimistisch und sagte, Milch aus seinem Land könne "sehr bald" wieder russische Grenzen passieren.
Der Handelskrieg zu deutlichen Verstimmungen zwischen Russland und Weißrussland geführt. Unter dem Eindruck des Konfliktes hatte Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko sogar die Teilnahme an einem Gipfel eines gemeinsamen Sicherheitsbündnisses in Russland kurzfristig abgesagt.
Gleichwohl zeichnet sich bereits der nächste Konflikt ab: Russlands Staatskonzern Gazprom fordert von Weißrussland in der nächsten Woche die Begleichung von rund 200 Millionen Dollar, die das Land für Gaslieferung schuldig sei.
beb/Reuters
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