Moskau - Dort halten sich nach Aussagen des Vize-Generalstabschefs Waleri Manilow noch etwa 7000 Moslem-Rebellen auf. Der schwer verletzte Rebellenführer Schamil Basajew rief unterdessen Interfax zufolge zum Krieg in ganz Russland auf.

Russische Panzerfahrzeuge auf einer Straße in der Innenstadt von Grosny
Die zu Weihnachten begonnene Offensive der russische Armee in Grosny war in den vergangenen Wochen immer wieder ins Stocken geraten. Am Dienstag hatten die Rebellen erklärt, sie hätten sich aus der Stadt aus taktischen Gründen zurückgezogen. Die Rebellenkommandeure Basajew und Wacha Arsanow riefen nun in einem Fernsehsender der Separatisten dazu auf, den Krieg in ganz Russland zu führen. Die Rebellen hätten genug Unterstützung und militärisches Gerät für 50 Jahre. Die Polizei in Moskau teilte mit, sie habe nach Bombendrohungen tschetschenischer Sympathisanten die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Die russische Regierung macht die Separatisten für eine Reihe von Anschlägen verantwortlich und bezeichnet den Tschetschenien-Krieg als Kampf gegen Terroristen.

Schamil Bassajew bei der Operation: Unter örtlicher Betäubung wurde dem Rebellenführer ein Fuß abgenommen.
Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch warf nach einem Bericht der New York Times von Sonntag russischen Soldaten die Ermordung von Zivilisten in Grosny vor. Human Rights Watch habe 22 dieser Fälle dokumentiert und prüfe 14 weitere. In einigen Fällen seien die Opfer von rachsüchtigen Soldaten erschossen worden, in anderen sei Raub das Motiv gewesen.
Eine unabhängige Berichterstattung aus dem Kriegsgebiet ist wegen der russischen Pressebeschränkung kaum möglich. Seit Beginn des Krieges Ende September steht die russische Regierung wegen der Opfer unter der tschetschenischen Zivilbevölkerung und dem Schicksal von inzwischen mehr als 200.000 Flüchtlingen international in der Kritik. Am Sonntag sollte der Entwicklungskommissar der Europäischen Union (EU), Poul Nielson, im Nordkaukasus eintreffen, um sich über die Situation der Flüchtlinge zu informieren.
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