Berlin - Wie geht es weiter nach der Rede von Ajatollah Chamenei? Exil-Iraner und -Experten sehen kein schnelles Ende der Proteste. Im Gegenteil: Die Demonstrationen könnten durch die Ansprache noch weiter angeheizt werden. Selbst die Machtposition der Ajatollahs könne ins Wanken geraten.
Eine Rückkehr zur Normalität halten die meisten Beobachter für unmöglich. Zu eindeutig habe Chamenei die Vorwürfe der Wahlfälschung zurückgewiesen, zu fadenscheinig die Verantwortung für die innenpolitische Krise auf den Westen geschoben.
Doch wie es weitergeht in Iran, darüber herrscht auch bei den Experten noch Unsicherheit. Manche befürchten, dass das Regime mit massiver Gewalt auf die Proteste reagiert - andere hoffen auf einen friedlichen Wandel.
Der CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz kommentiert die Rede Chameneis sehr zurückhaltend, während der Exil-Oppositionelle Mehran Barati keine Möglichkeit der Versöhnung zwischen den beiden Lagern mehr sieht. FDP-Außenexpertin Elke Hoff glaubt an keine Alternative zu einem Wandel des Mullah-Regimes in der jetzigen Situation. Auch der iranischstämmige Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour kann sich nicht vorstellen, dass die Menschen nach den Ereignissen dieser Woche jetzt einfach Ruhe geben.
SPD-Außenpolitiker Gert Weisskirchen erwartet weitere Demonstration, anders als Islamwissenschaftler Michael Lüders, der auch Reformen für möglich hält. Der Londoner Journalist Ali Nourizadeh befürchtet gar, dass die Demonstrationen morgen sehr blutig enden werden.
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