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20.06.2009
 

Farah-Angriff

US-Militär räumt Fehler ein

Die Schilderung der näheren Umstände ist nur vage, das Eingeständnis hingegen eindeutig: Das US-Militär hat eingeräumt, bei drei amerikanischen Luftangriffen in Afghanistan im Mai vermutlich 26 Zivilpersonen getötet zu haben.

Washington - In dem Untersuchungsbericht ist von "speziellen Leitlinien" und "spezifischen Vorgaben" die Rede: Die geschätzt 26 Zivilisten in der westafghanischen Farah-Provinz wären womöglich noch am Leben, wenn sich die Bomberbesatzung bei dem Einsatz gegen die radikal-islamischen Taliban am 4. Mai daran gehalten hätten. Doch offensichtlich sind Fehler passiert.

US-Soldat in Farah: Zahl der Opfer nicht genau zu ermitteln
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REUTERS

US-Soldat in Farah: Zahl der Opfer nicht genau zu ermitteln

Das stellt auch der Untersuchungsbericht fest, den die US-Streitkräfte am Freitag vorgelegt haben. Wie das für den Afghanistan-Einsatz zuständige US-Zentralkommando am Freitag mitteilte, habe eine Untersuchung ergeben, dass bei Angriffen Anfang Mai in der westafghanischen Farah-Provinz "nicht alle speziellen Leitlinien" befolgt worden seien. "Die Nichteinhaltung dieser Leitlinien hat wahrscheinlich zu zivilen Opfern geführt", heißt es in dem Bericht.

Die genaue Zahl der zivilen Opfer sei nicht zu ermitteln und möglicherweise höher gewesen als 26, heißt es in dem Bericht. Außerdem seien 78 Taliban-Kämpfer bei dem Angriff ums Leben gekommen. "Wir werden wohl nie in der Lage sein, genau zu bestimmen, wie viele zivile Opfer dieser Einsatz gefordert hat". Eine Untersuchung der afghanischen Regierung war schon vor Wochen zu dem Schluss gekommen, dass 140 Bewohner der Ortschaft Gerani bei der Attacke ums Leben kamen.

Der Bericht des US-Zentralkommandos empfiehlt, die Regeln für Einsätze mit potentiell tödlichem Ausgang für Zivilpersonen zu verfeinern und sicherzustellen, dass die Regeln auch im Training beachtet würden. Außerdem müssten die US-Streitkräfte der afghanischen Seite ihre Sicht der Dinge schneller schildern können. Die USA sollten "als erste die Wahrheit" parat haben.

US-Verteidigungsminister Robert Gates zeigte sich alarmiert von der Entwicklung. "Die unbeabsichtigte Tötung von Zivilpersonen in Afghanistan ist zu einem der größten strategischen Probleme des Krieges geworden", erklärte er.

Bei dem Einsatz hatten amerikanische und afghanische Truppen dem Bericht zufolge Luftunterstützung angefordert. Während bei mehreren Angriffen von F-18-Kampfflugzeugen alle für solche Einsätze bestehenden Anweisungen befolgt worden seien, habe es bei einem späteren Einsatz eines B1-Bombers Fehler bei der Einsatzdurchführung gegeben. Der Tod der Zivilisten bei dem Einsatz in der Provinz Farah hatte in Afghanistan für wütende Proteste gesorgt.

mik/dpa/AP/AFP

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