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23.06.2009
 

E-Mails aus Tibet

Chinesisches Gericht verurteilt Touristenführer

Drakonische Strafe: Ein Tibeter muss drei Jahre in Haft, weil er während der Unruhen in seiner Heimat vor einem Jahr E-Mails verschickt hat - und angeblich die Lage in Tibet falsch dargestellt haben soll.

Peking - Im Frühjahr des vergangenen Jahres rebellierten die Tibeter gegen die kommunistische Führung in Peking. Die chinesische Regierung versuchte, Berichte über die Unruhen zu unterdrücken. Es gab sogar Morddrohungen gegen ausländische Berichterstatter.

Jetzt hat ein chinesisches Gericht einen tibetischen Touristenführer zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er damals E-Mails über die Unruhen in Tibet verschickt haben soll. Das Gericht habe ihm vorgeworfen, er habe sich für die Unabhängigkeit Tibets von China stark gemacht, teilte die US-Menschenrechtsorganisation Dui-Hua-Stiftung am Dienstag mit.

Der 32 Jahre alte Tibeter Gongpo Tserang habe das Internet genutzt, um Gerüchte zu verbreiten und die wahre Situation zu verdrehen, zitierten die Menschenrechtler aus dem chinesischen Gerichtsurteil. Den Dokumenten zufolge sollen die Nachrichten an sechs Menschen im Ausland gegangen sein.

Laut der Dui-Hua-Stiftung ist dies die erste Verurteilung eines Tibeters wegen Gefährdung der staatlichen Sicherheit in der Provinz Yunnan. Sein Fall zeige, wie stark die chinesische Polizei die Kommunikation zwischen Tibetern und Ausländern während der Unruhen im vergangenen Jahr überwacht habe.

Während der Unruhen in Lhasa im vergangenen Frühling wurden nach Angaben des tibetischen Regierungschefs Qiangba Puncog fast tausend Tibeter festgenommen, 76 von ihnen wurden zu teils lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

beb/dpa

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