Brüssel - Der frühere EU-Kommissar Karel Van Miert, einst einer der einflussreichsten europäischen Politiker, ist tot. Der flämische Sozialist starb nach Angaben der Agentur Belga am Dienstagmorgen im Alter von 67 Jahren nach einem Sturz von der Leiter in seinem Garten. Der Bürgermeister von Van Mierts Heimatgemeinde Beersel südlich von Brüssel bestätigte den Leitersturz, der sich bereits am Montagabend ereignet habe. Nähere Einzelheiten des Todes von Van Miert wurden zunächst nicht bekannt.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso würdigte den Belgier am Dienstag als "überzeugten und engagierten Europäer". Van Miert war zehn Jahre EU-Kommissar. Unter Kommissionspräsident Jacques Delors war er von 1989 bis 1993 verantwortlich für das Verkehrsressort, bevor er den Bereich Wettbewerb übernahm.
Das Wettbewerbsressort machte Van Miert bis 1999 zu einem der mächtigsten Posten in der Kommission. In heiklen Fällen wie der Fusion der US-Flugzeugbauer Boeing und McDonnell Douglas verteidigte er die europäischen Vorschriften. Zuvor hatte sich Van Miert einen Namen in der belgischen Politik gemacht, vor allem in seiner Heimat Flandern. Von 1978 bis 1989 stand er an der Spitze der flämischen Sozialisten.
Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters erklärte, mit Van Miert verschwinde "ein Monument in Flandern". Laut dem Fernsehsender RTBF war Van Miert begeisterter Hobbygärtner und hatte 200 Sorten von Obstbäumen, darunter viele schon fast vergessene Früchte.
beb/AFP/dpa
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