Von Annett Meiritz und Franziska Gerhardt
Aus Iran dringen zahlreiche Augenzeugenberichte und Gerüchte nach außen - allerdings ist die Chance auf Aufklärung sehr gering. Bereits nach Ahmadinedschads überraschendem Sieg 2005 wurden Vorwürfe des Wahlbetrugs laut. In Teheran kursierte das Gerücht, hohe Militärführer hätten ihre Soldaten zur Wahl des Dogmatikers aufgefordert. Nachgewiesen werden konnte die mögliche Fälschung der Ergebnisse jedoch nicht.
Auch nach der jüngsten Wahl kursieren unter Oppositionellen Zahlen aus "anonymen Kreisen" des Innenministeriums. Jenen Angaben zufolge gewann Mussawi die Wahl mit deutlichem Vorsprung - und zwar mit 21,3 Millionen Stimmen, das entspricht 57,2 Prozent. Ahmadinedschad erhielt demnach nur 28 Prozent.
Da aber auch diesmal keine ausländischen Beobachter zugelassen waren, dürfte ein möglicher Wahlbetrug schwer zu beweisen sein. Der gesamte Ablauf von der Auswahl der Kandidaten bis zur Auszählung liegt in Iran in der Hand des Regimes. Vermutlich bleibt der Staatengemeinschaft daher nur eines übrig: Auf einer unabhängigen Untersuchung der Vorwürfe zu beharren.

mit AP
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