Mailand - Sie sind verärgert über das ihrer Meinung nach sexistische Verhalten des italienischen Ministerpräsidenten: Daher haben vier italienische Soziologie-Professorinnen die Präsidentengattinen der weltweit größten Industrienationen zum Verzicht auf das G8-Treffens im Juli aufgerufen. Die Forderung sei bereits von 6500 Frauen unterschrieben, heißt es in einem Medienbericht.
In der vergangenen Woche hatten italienische Medien berichtet, Hostessen seien für die Teilnahme an Partys des konservativen Regierungschefs und Medienunternehmers bezahlt worden. Der 72-Jährige wies die Berichte zurück. Berlusconis Frau hat wegen seiner privaten Eskapaden die Scheidung eingereicht.
Die sexistischen Reden Berlusconis hätten die Würde der Frauen in der Öffentlichkeit untergraben, hieß es in dem Aufruf der Gruppe. "Wir fordern von den First Ladies der eingeladenen Staaten, das G8-Treffen zu boykottieren". Zu dem G8-Gipfel vom 8. bis 10. Juli in Italien werden unter anderen die Gattin von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, Carla Bruni, und Michelle Obama erwartet.
Chiara Volpato, eine der Professorinnen an der Universität Mailand, sagte, dass ihr Protest nicht politisch motiviert sei. "Ich gebe zu, dass ich linksgerichtet bin, aber wir haben unseren Boykott-Aufruf als Forscherinnen, Frauen und Italienerinnen gestartet."
wit/Reuters
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