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01.07.2009
 

Militärputsch

Gestürzter Präsident verschiebt Rückkehr nach Honduras

Er wollte schon am Donnerstag nach Honduras zurückkehren, doch nun hat Manuel Zelaya seine Meinung geändert: Der gestürzte Präsident will den Ablauf eines Ultimatums an die neue Regierung abwarten und erst am Wochenende in seine Heimat reisen.

Washington/Tegucigalpa - Der Druck auf die nach dem Sturz von Präsident Manuel Zelaya eingesetzte Regierung in Honduras wächst: Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) forderte die neuen Machthaber am Mittwoch ultimativ auf, Zelaya innerhalb von 72 Stunden wieder einzusetzen. Anderenfalls drohe dem Land der Ausschluss aus der Organisation.

Gestürzter Präsident von Honduras: Manuel Zelaya in PanamaZur Großansicht
AP

Gestürzter Präsident von Honduras: Manuel Zelaya in Panama

Aufgrund der Frist hat sich Zelaya entschlossen, nicht wie angekündigt schon am Donnerstag nach Honduras zurückzukehren. Er reiste am Mittwoch zunächst zur Vereidigung des panamaischen Präsidenten Ricardo Martinelli nach Panama. Dort erklärte er, die Frist der OAS zu respektieren und seine Heimreise nach Honduras erst am Wochenende anzutreten.

Die internationale Staatengemeinschaft einschließlich der Vereinten Nationen wirft der Regierung in Honduras vor, einen demokratisch gewählten Präsidenten gestürzt und damit der Demokratie in dem mittelamerikanischen Land Schaden zugefügt zu haben. Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner sowie der ecuadorianische Staatschef Rafael Correa und der OAS-Vorsitzende José Miguel Insulza erklärten, sie würden als "Begleitschutz" mit Zelaya reisen.

Zelaya droht bei seiner Rückkehr die Verhaftung: Interimspräsident Roberto Micheletti erklärte, er werde Zelaya bei dessen Einreise sofort festnehmen lassen. Die honduranischen Justizbehörden haben inzwischen einen Haftbefehl gegen Zelaya ausgestellt.

Honduras: Militärputsch gegen Präsident Zelaya
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Honduras: Militärputsch gegen Präsident Zelaya

Dem gestürzten Präsidenten wird von seinen Gegnern vorgeworfen, das Land in das Lager der linken Staaten Lateinamerikas geführt zu haben und eine Diktatur anzustreben. Eine Parlamentskommission hatte berichtet, der Präsident, der 2006 als Kandidat der konservativen Liberalen Partei an die Macht gekommen war, habe unter anderem vorgehabt, noch am Sonntagabend, dem Tag seiner Absetzung, den Kongress aufzulösen.

Am Dienstag hatten erstmals nach dem Staatsstreich viele Tausende in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa gegen Zelaya und für die neue Regierung demonstriert.

Zelaya war am Sonntag von Militärs festgesetzt und umgehend außer Landes gebracht worden. Der Kongress bestimmte anschließend Micheletti zum Interimspräsidenten. Dieser hat versichert, die Verfassung zu achten und das Land bis zum Beginn des kommenden Jahres zu führen. Der neue Präsident soll wie vorgesehen Ende November dieses Jahres gewählt werden.

hut/dpa

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