Berlin - Soldaten der Bundeswehr werden an Awacs-Flügen über Afghanistan teilnehmen: Der Bundestag hat am Donnerstagabend der deutschen Beteiligung am Einsatz der Aufklärungsflugzeugen mit großer Mehrheit zugestimmt.
In namentlicher Abstimmung votierten 461 von 557 Abgeordneten für die Ausweitung des Bundeswehreinsatzes. Bis zu 300 deutsche Soldaten sollen sich damit künftig an der Überwachung des afghanischen Luftraums mit Awacs-Maschinen beteiligen.
Der Einsatz der vier Radarflugzeuge, die nach Angaben der Bundesregierung den zunehmenden Luftverkehr über Afghanistan steuern und leiten sollen, ist umstritten. Im Gegensatz zu den Tornado-Aufklärungsflugzeugen können die Aufklärer auch digitale Bilder in Echtzeit übertragen und Kampfeinsätze dirigieren. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums haben sie aber weder die Fähigkeit zur Bodenaufklärung noch eine Feuerleitfähigkeit für Luft-Bodeneinsätze.
Die Bundesregierung setzt sich zugleich für den Ausbau einer bodengestützten Luftverkehrskontrolle in Afghanistan ein, etwa durch den Aus- und Umbau des Flughafens in Masar-i-Scharif. Zur Begründung für den Awacs-Einsatz führte die Regierung an, dass der Luftverkehr in Afghanistan stark zugenommen habe, es ausreichende Möglichkeiten zur Überwachung des Luftraums aber bislang nicht gebe. Verteidigungsminister Franz Josef Jung hatte zuvor bereits darauf hingewiesen, dass 51 Prozent der Transportflüge für Material und Personal in Afghanistan von der Bundeswehr geleistet würden.
suc/AFP/AP
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