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03.07.2009
 

Afghanistan

Taliban stürzen US-Soldaten in "höllische Gefechte"

Die US-Marineinfanterie rückt bei ihrer Großoffensive gegen die Taliban in Afghanistan weiter in die Hochburgen der radikalen Islamisten vor - und trifft in manchen Gebieten auf heftige Gegenwehr. Es gebe "höllische Gefechte", sagte ein Kommandeur.

Garmsir - Acht Stunden dauerten die Gefechte nahe der afghanischen Stadt Garmsir, die US-Truppen forderten nach Angaben des Militärs Hubschrauber zur Unterstützung an: Bei ihrer Operation "Handschir" (Schwertstreich) stoßen die Marineinfanteristen in der Provinz Helmand teilweise auf "erheblichen Widerstand" der radikal-islamischen Taliban.

US-Soldaten in Afghanistan: "Erheblicher Widerstand" der TalibanZur Großansicht
Getty Images

US-Soldaten in Afghanistan: "Erheblicher Widerstand" der Taliban

Ein Bataillon stecke in "höllischen Gefechten", berichtete Kommandeur Larry Nicholson am Freitag. Andere Bataillone hätten dagegen in eroberten Städten bereits Gespräche mit Stammesführern begonnen.

Es ist die größte Offensive der Marineinfanterie seit dem Einsatz im irakischen Falludscha 2004. An der Offensive sind 4000 Marines sowie 600 afghanische Sicherheitskräfte beteiligt.

Auch britische Truppen meldeten erfolgreiche Angriffe auf Taliban-Hochburgen in Helmand. Hunderte Soldaten hätten wichtige Kanal-Übergänge gesichert, erklärten die britischen Truppen. Damit könnten sie nun verhindern, dass sich die Aufständischen zwischen den wichtigen Städten Laschkar Gah und Gereschk bewegten.

Die Taliban erklärten, sie setzten sich vor allem in Nawa und Garmsir mit Guerilla-Taktiken zur Wehr. Ein Taliban-Sprecher sagte, die Aufständischen hätten Straßen im Land vermint, einige der Sprengsätze seien bereits hochgegangen.

Die US-Truppen wollen in der Taliban-Hochburg Helmand mehrere kleine Stützpunkte einrichten, um so eine Rückkehr der Aufständischen zu verhindern, berichtete die "New York Times". "Es geht nicht einfach darum, den Feind zu töten, sondern darum, die Bevölkerung zu schützen", sagte ein namentlich nicht genannter US-Offizier der Zeitung. Bisher seien die US-Truppen lediglich kurz zum Taliban-Gebiet vorgestoßen und hätten sich danach wieder zurückgezogen.

Allerdings sei die neue Strategie nicht ohne Risiken für die US-Truppen, heißt es. Das neue Vorgehen sei durch die jüngste Verstärkung der US-Truppen ermöglicht worden. "Es geht nicht nur einfach darum, den Einfluss der Taliban zurückzudrängen, sondern diesen Einfluss durch Sicherheitsoperationen und Wiederaufbau zu ersetzen", sagte der US-Offizier der Zeitung.

Von dem von den Taliban entführten US-Soldaten in der südostafghanischen Provinz Paktika fehlt weiterhin jede Spur. Wie CNN weiter berichtete, hatte der Soldat sein Lager unbewaffnet verlassen.

Der örtliche Taliban-Kommandeur Mullah Sangin sagte, Forderungen für die Freilassung des Amerikaners seien bisher nicht gestellt worden. Darüber werde der Führungsrat der Taliban entscheiden.

Im Kampf gegen die Taliban in Pakistan griffen die US-Streitkräfte erneut einige der dortigen Stützpunkte in der Provinz Süd-Waziristan an. Pakistanischen Sicherheitskreisen zufolge wurden bei einem Drohnenangriff mindestens sieben Aufständische, womöglich aber auch bis zu zwölf getötet. Der Angriff habe sich gegen den Unterschlupf des ranghohen Taliban-Anführers Noor Wali gerichtet, der als enger Verbündeter von Baitullah Mehsud gilt. Mehsud ist der Chef der Organisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP).

hen/dpa/AFP/Reuters

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