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Steinmeier in Israel Im Maschinenraum des Nahost-Konflikts

2. Teil: Steinmeier will Damaskus aus der Reserve locken

Keine Frage, London war das wichtigere Treffen am Montag. Andererseits gilt freilich: Der Nahost-Konflikt, einer der am längsten ungelösten Konflikte der Erde, hat seine eigenen Gesetze. Eines lautet: Das, was heute wie ein Durchbruch wirkt, etwa die Fortschritte in London, kann am nächsten Tag schon wieder zur Fußnote schrumpfen.

Ein weiteres kommt hinzu: Obama hat sich die Siedlungsfrage als Sollbruchstelle gewählt: Hier, so glaubt er offenbar, lässt sich Dynamik erzeugen. Aber das täuscht nur allzu leicht darüber hinweg, dass die Frage der Siedlungen nur eine von vielen ungelösten ist, die in der Summe den Konflikt ausmachen. Die Frage etwa, ob Jerusalem, wie Israels Regierung es einhellig fordert, die "ungeteilte" Hauptstadt Israels bleiben kann, ist eine von ihnen - denn die Palästinenser beanspruchen den annektierten Ostteil als ihre Kapitale. Das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge, die endgültigen Grenzen des dereinst zu gründenden palästinensischen Staates sind nur zwei weitere, die derzeit, wegen der starken Betonung der Siedlungsfrage, kaum diskutiert werden. Aber dadurch verschwinden sie nicht.

In diesem Panoptikum des Potentiellen sind die Möglichkeiten eines deutschen Außenministers begrenzt. Dass in Israel, bei allen besonderen Beziehungen, kaum jemand dringend auf diplomatische Unterstützung aus Berlin wartet, ist deshalb auch bei dieser Reise keine Überraschung. Steinmeiers Amtsvorgängern erging es ähnlich. Wirksamer allerdings könnte eine zweite Stellschraube im Nahost-Konflikt sein, die Steinmeier schon vor geraumer Zeit für sich entdeckt hat, und an der der am heutigen Dienstag weiter drehen möchte: Die Einbeziehung der "schwierigen" Partner Syrien und Libanon.

Dort wird Steinmeier den zweiten Tag seiner Reise verbringen. Und insbesondere in Syrien kann er sich tatsächlich anrechnen, schon vor Obama einen potentiell konstruktiven Akteur ausgemacht zu haben. Der deutsche Außenminister ist überzeugt, dass ein integrierter Ansatz, also die parallele Einbeziehung der arabischen Nachbarstaaten Israels, einem Nahost-Frieden zugute kommen kann. Syrien, so seine Vision, kann eine andere Rolle spielen als diejenige als Alliierter Irans, die es bisher für sich nutzbar zu machen versucht.

Dafür muss man Damaskus aus der Reserve locken, und hier hat Steinmeier durch vorsichtigen Vertrauensvorschuss bereits diplomatisches Kapital angehäuft. Läuft es gut für den Außenminister, erntet er in seinem geplanten Gespräch mit Staatspräsident Baschar al-Assad am Dienstag konstruktive Signale.

Als Steinmeier im Dezember 2006 erstmals Damaskus besuchte, hagelte es vor allem in Israel öffentliche Kritik. Dabei führte die Jerusalemer Regierung damals schon Geheimverhandlungen mit Syriens Präsident Assad. Öffentliche Äußerungen, auch dies gehört zur nahöstlichen Wahrheit, sind nicht immer ernst zu nehmen.

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insgesamt 2510 Beiträge
Alexander Trabos 14.06.2009
Ich befürchte, ein Palästinenserstaat wird den Unfrieden in der Region noch verstärken.
Zitat von sysopDer Druck durch die USA zeigt Wirkung: Israels Regierungschef Netanjahu hat der Gründung eines Palästinenserstaates zugestimmt - wenn dieser entmilitarisiert sei. Ist dies die Lösung für den Nahost-Konflikt? Diskutieren Sie mit!
Ich befürchte, ein Palästinenserstaat wird den Unfrieden in der Region noch verstärken.
Schwaberg 14.06.2009
Mit anderen Worten er hat Vorbedingungen gestellt, die kein Staat dieser Erde akzeptieren würde, akzeptieren kann. Cleverer Schachzug. Natürlich absolut lächerlich.
Zitat von sysopDer Druck durch die USA zeigt Wirkung: Israels Regierungschef Netanjahu hat der Gründung eines Palästinenserstaates zugestimmt - wenn dieser entmilitarisiert sei. Ist dies die Lösung für den Nahost-Konflikt? Diskutieren Sie mit!
Mit anderen Worten er hat Vorbedingungen gestellt, die kein Staat dieser Erde akzeptieren würde, akzeptieren kann. Cleverer Schachzug. Natürlich absolut lächerlich.
Hallo Pinoccio 14.06.2009
Das ist die eine Vorbedingung. Welche es noch geben würde, wissen wir nicht. Aber dies dürfte nicht die Einzige sein. Was ist z.B. mit Verträgen? Möchte Isreal nicht vielleicht auch bestimmen, mit welchem Staat das neue [...]
Zitat von SchwabergMit anderen Worten er hat Vorbedingungen gestellt, die kein Staat dieser Erde akzeptieren würde, akzeptieren kann. Cleverer Schachzug. Natürlich absolut lächerlich.
Das ist die eine Vorbedingung. Welche es noch geben würde, wissen wir nicht. Aber dies dürfte nicht die Einzige sein. Was ist z.B. mit Verträgen? Möchte Isreal nicht vielleicht auch bestimmen, mit welchem Staat das neue "Palästina" Kontakte´pflegt, Verträge abschließt - d.h. die gesamte Außenpolitik mitbestimmen? Ein Staat auf Gnaden Israels? Das kann nicht gut gehen.
guylux 14.06.2009
Ich kann mir vorstellen dass Obama diesem Spielchen nicht lange zusehen wird ! Netanjahu muss schon Etliches mehr bieten um ernst genommen zu werden .
Zitat von sysopDer Druck durch die USA zeigt Wirkung: Israels Regierungschef Netanjahu hat der Gründung eines Palästinenserstaates zugestimmt - wenn dieser entmilitarisiert sei. Ist dies die Lösung für den Nahost-Konflikt? Diskutieren Sie mit!
Ich kann mir vorstellen dass Obama diesem Spielchen nicht lange zusehen wird ! Netanjahu muss schon Etliches mehr bieten um ernst genommen zu werden .
Schwaberg 14.06.2009
Das ganze ist eine Farce. Wie in dem Zusammenhang von einem Umschwenken Netanjahus im Artikel gesprochen werden kann ist mir schleierhaft. Die ganze Rede war eine einzige Absage auf die Forderungen Obamas. Und in dem [...]
Zitat von Hallo PinoccioDas ist die eine Vorbedingung. Welche es noch geben würde, wissen wir nicht. Aber dies dürfte nicht die Einzige sein. Was ist z.B. mit Verträgen? Möchte Isreal nicht vielleicht auch bestimmen, mit welchem Staat das neue "Palästina" Kontakte´pflegt, Verträge abschließt - d.h. die gesamte Außenpolitik mitbestimmen? Ein Staat auf Gnaden Israels? Das kann nicht gut gehen.
Das ganze ist eine Farce. Wie in dem Zusammenhang von einem Umschwenken Netanjahus im Artikel gesprochen werden kann ist mir schleierhaft. Die ganze Rede war eine einzige Absage auf die Forderungen Obamas. Und in dem Zusammenhang auch noch zu sagen, man möchte Verhandlungen ohne Vorbedingungen - einfach dreist.
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