Jerusalem - Jerusalem wird zu "Yerushalayim" und Jaffa zu "Yafo": Wer demnächst durch eine israelische Stadt fährt, wird den Ortsnamen künftig nur noch auf Hebräisch erfahren. So zumindest will es Verkehrsminister Israel Katz von der Likud-Partei. Sein Ministerium hat beschlossen, arabische und englische Versionen von den Ortsschildern zu entfernen.
Die biblische Stadt Nazaret, auf Arabisch Al-Nasara, wird künftig nur noch hebräisch "Natzrat" heißen, auch wenn das für ausländische Touristen verwirrend sein könnte. Safed in Galiläa nennt sich nach der neuen Regelung "Tzfat". Jerusalem wird "Yerushalayim" geschrieben, ohne zusätzlichen Verweis auf das arabische "Al Quds" ("Die Heilige"). Die Palästinenser fordern Ost-Jerusalem, Al-Quds, als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates. Israel beansprucht hingegen die ganze Stadt als ewige, unteilbare Hauptstadt. Die Entscheidung solle von den Straßenämtern zügig umgesetzt werden, sagte ein Ministeriumssprecher.
Die Entscheidung löste Zorn bei den arabischen Abgeordneten aus. "Der Minister irrt, wenn er glaubt, durch Wortklauberei die Existenz des Arabers in Israel und seine Verbindung zu dem Land auslöschen zu können", sagte der Abgeordnete Ahmed Tibi. Auch innerhalb der Regierung wurde Kritik an dem Beschluss laut. "Straßenschilder sind kein politisches Thema, Arabisch ist Amtssprache in Israel", sagte Minderheitenminister Avischai Braverman.
In einem Gespräch mit der Zeitung "Jediot Ahronot" bezeichnete Verkehrsminister Katz die Maßnahme als Antwort auf die Weigerung der Palästinenser, israelische Ortschaften auch in Hebräisch anzuzeigen. Auf palästinensischen Landkarten trügen israelische Ortschaften oft noch ihre arabischen Namen von vor dem Krieg von 1948, sagte Katz. Ein Kommentator der "Jediot Achronot" schrieb, das Transportministerium solle sich lieber mit echten Problemen wie Staus und tödlichen Verkehrsunfällen befassen. Er warf dem Minister eine "zwanghafte Beschäftigung" mit den Schildern vor, die überdies noch eine Verschwendung von Zeit und Geld bedeute.
kgp/dpa/Reuters
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