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15.07.2009
 

Machtkampf

Zelaya ruft zum Volksaufstand in Honduras auf

Sein Ultimatum wurde zurückgewiesen, nun fordert er Streiks und Straßenblockaden: Der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya hat seine Anhänger zu einem Volksaufstand aufgerufen. Die Interimsregierung spielt auf Zeit - die Verhandlungen müssten geduldig fortgesetzt werden.

Guatemala - "Der Aufstand ist ein Recht des Volkes, verankert in der Verfassung von Honduras. Und die Honduraner müssen ihre Rechte wahren." Mit diesen Worten hat Manuel Zelaya seine Anhänger im mittelamerikanischen Land aufgefordert, sich gegen die Putschregierung zu wehren.

Manuel Zelaya: "Der Aufstand ist ein Recht des Volkes"Zur Großansicht
REUTERS

Manuel Zelaya: "Der Aufstand ist ein Recht des Volkes"

Streiks, Demonstrationen, Besetzungen von Gebäuden und Straßenblockaden seien notwendig, wenn in einem Land die demokratische Ordnung verletzt worden sei, sagte Zelaya am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Guatemala-Stadt. Der Präsident von Honduras war am 28. Juni festgenommen und außer Landes gebracht worden. Seine Gegner werfen ihm Verfassungsbruch vor.

Die Putschregierung hat unterdessen ein Ultimatum Zelayas zurückgewiesen. Zelaya hatte Interimspräsident Roberto Micheletti am Montag aufgefordert, ihm noch in dieser Woche wieder die Macht in Honduras zu übertragen. Ansonsten werde er die Verhandlungen als gescheitert ansehen und es würden "andere Maßnahmen" zur Anwendung kommen, drohte Zelaya in Nicaragua, ohne die Konsequenzen für seine politischen Widersacher genauer zu erläutern.

Die Übergangsregierung will die Vermittlungsgespräche unter Leitung des Präsidenten Costa Ricas, Oscar Arias, fortsetzen, sagte der als Außenminister amtierende Carlos López. Diese Gespräche müssten mit Geduld angegangen werden. Die Verhandlungen über eine Beilegung der Krise in dem mittelamerikanischen Land sollen am Samstag in Costa Rica fortgesetzt werden. Die ersten Gespräche waren in der vergangenen Woche gescheitert, da beide Seiten auf ihrem Machtanspruch beharrten.

Nach Angaben von Honduras' Armeechef Romeo Vásquez wurde Zelaya am Tag des Militärputsches außer Landes gebracht, um "Tote und Verletzte" zu vermeiden. Die Sicherheitskräfte seien der Ansicht gewesen, dass es "gefährlich" sei, Zelaya im Land selbst festzuhalten, sagte Vásquez der Nachrichtenagentur AFP. Dies hätte zu Toten und Verletzten führen können, wenn seine Anhänger versucht hätten, Zelaya zu befreien. Die Konsequenzen für das Land wären "ernst" gewesen. "Wir hatten eine Verfassungsmission zu erfüllen und mussten diese wegen der historischen Verantwortung einhalten", fügte Vásquez hinzu. Der Armeechef selbst war kurz vor dem Putsch von Zelaya entlassen, danach aber vom Militär wieder eingesetzt worden.

Der US-Botschafter in Nicaragua, Robert Callahan, wies Vorwürfe des venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez zurück, die USA seien an dem Putsch beteiligt gewesen. "Wir hatten mit dem Staatsstreich in Honduras nichts zu tun, das ist eine Verleumdung, eine Lüge", sagte Callahan. Die US-Regierung lehne den Putsch ab und sehe Zelaya als rechtmäßigen Staatschef von Honduras an.

cte/AFP/dpa

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