Von Gregor Peter Schmitz, Washington
Das muss Clinton schmerzen. Und wie. Sechs Wochen soll sie an ihrer Grundsatzrede gearbeitet haben, ihre Helfer begleiteten sie mit einer PR-Offensive. Sie haben Sprecher anderer Ministerien Clintons Loyalität und ihren Einfluss in der Regierung preisen lassen. Sie haben daran erinnert, wie beliebt die Außenministerin in der Bevölkerung sei, mehr noch als der Präsident. Wie logisch ihre Zurückhaltung am Anfang der Amtszeit sei: Noch überstrahle der Präsident halt alles, und auch als frisch gekürte US-Senatorin habe sich Clinton einst erst unauffällig eingelernt.
Nur: Es gibt 100 US-Senatoren, doch nur eine Außenministerin - und nur eine Hillary Clinton. Soll sie nun zu einer Art weltweit bekanntes Regierungs-Maskottchen degradiert werden, zuständig für Haiti und Welternährung? Das waren die Bereiche, die Clinton auf Nachfrage im Interview mit dem TV-Sender ABC zu ihrer Rolle gerade einfielen.
Die Rede im "Council on Foreign Relations" zeigt, wie schade das wäre. Denn Clintons Ansatz enthält alles, was gebraucht wird in der US-Außenpolitik. Prinzipien, ja, aber keine Ideologie. "Smart power" eben, mit einem klugen Blick auf eine veränderte Welt.
Gerade die Europäer sollten den genau nachlesen. Viele Diplomaten dort glauben, dass Clinton Europa näher steht als Obama, weil sie den Kontinent besser kennt aus ihren Jahren im Weißen Haus - und weil der Oberbefehlshaber als erster Globalisierungs-Präsident für die altmodischen Rituale der transatlantischen Partnerschaft wenig Geduld aufbringt.
Clinton ist geduldiger mit Europa. Doch nun sagt auch sie: "Wir sind sowohl eine transatlantische als auch eine transpazifische Nation". Sie empfiehlt: "Unser außenpolitischer Ansatz muss die Welt reflektieren, wie sie ist, nicht wie sie früher war. Das Machtkonzert aus dem 19. Jahrhundert oder die Machtbalance aus dem 20. Jahrhundert machen keinen Sinn."
Das klingt nach einem sehr kühlen neuen Blick auf die Weltkarte. Wer kann Amerika bei den gegenwärtigen globalen Herausforderungen am meisten helfen? Wo lauern die größten Gefahren? Auch in Clintons Außenministerium, daran erinnert ihre Grundsatzrede, bleibt der Blick bei Antworten auf solche Fragen immer seltener auf Europa hängen. Anne-Marie Slaughter, Clintons Planungschefin, hat an der Rede mitgeschrieben. Früher war die Akademikerin Slaughter vor allem Europaexpertin, dann verbrachte sie aber ein Jahr in China. Das schien karrierefördernd.
Am Freitag dieser Woche reist auch Clinton nach Indien, bald nach Pakistan. Ende Juli halten sie und Finanzminister Timothy Geithner einen zweitägigen Gipfel mit Top-Regierungsvertretern aus China ab. Die Agenda hört sich an, als werde zwischen Peking und Washington die Zukunft der Welt verhandelt.
G-20 und G-2 also statt G-8 und der EU. Die globale Gewichtsverschiebung, die Clinton andeutet, ist eigentlich viel spannender als die Frage, ob Clinton oder Obama häufiger im Fernsehen sind.
Doch natürlich ist auch die Außenpolitikerin Clinton immer noch eine Politikerin. Sie erwähnt in ihrer Rede Obama zwar achtmal, sie nennt ihn den "richtigen Präsidenten". Aber sie wird das PR-Desaster um ihre Rede kühl analysieren und um ihren Einfluss kämpfen. Gerade hat sie einen neuen Berater angeheuert, Sidney Blumenthal. Der arbeitete im Weißen Haus ihres Mannes und in ihrem Wahlkampf.
Blumenthal war zuständig für die Abteilung Attacke - zuletzt gegen Barack Obama.
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sich selbst zuzuschreiben. Ihre x-fachen Hasstiraden gegen die Liberals im eigenen Land (Sie wissen schon - die "üble Gesundheitsreform") auch gegen den aktuellen, hier hochangesehenen, Päsidenten entsprechen genau [...] mehr...
Eine Spur Abneigung kann ich in dem Beitrag wohl erkennen, aber keinen Hass und auch keine Dummheiten. Weil Sie das alles, was wir hier wahrnehmen, nicht gerne lesen, sage ich Ihnen mal nichts dazu, was ich davon halte, dass [...] mehr...
Ne, Irland. Meine Güte... mehr...
Sie können sich ja gerne retten lassen und schon mal üben, schleimige Ergebenheitsadressen zu schreiben. mehr...
Richtig, vor allem was die Produkte von MBB Preussag und Karl Kolb betrifft. http://www.medico.de/kurdakt/halabj3.htm mehr...
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