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17.07.2009
 

Irans Atomprogramm

Gates wirft Weltgemeinschaft Unfähigkeit vor

US-Verteidigungsminister Robert Gates sieht in Irans Streben nach nuklearer Aufrüstung eine der größten Gefahren für die weltweite Sicherheit. Die internationale Gemeinschaft sei "unfähig", auf Teherans Führung einzuwirken.

Chicago - US-Verteidigungsminister Robert Gates hat Irans Streben nach nuklearer Aufrüstung als eine der größten Herausforderungen für die internationale Sicherheit bezeichnet. Iran beunruhige ihn besonders, weil es in der Frage wenig Optimismus gebe, sagte Gates am Donnerstag (Ortszeit) in Chicago.

US-Verteidigungsminister Gates: Sorge um das iranische AtomprogrammZur Großansicht
AFP

US-Verteidigungsminister Gates: Sorge um das iranische Atomprogramm

In einer Rede vor dem Economic Club of Chicago warnte er vor den iranischen Nuklearplänen und bezeichnete auch die "Unfähigkeit" der internationalen Gemeinschaft, auf die Entschlossenheit der Führung in Teheran einzuwirken, als Gefahr. Sollte Iran eines Tages eine Atombombe bauen, sei die Möglichkeit eines nuklearen Wettrüstens im Nahen Osten "sehr, sehr real", sagte Gates.

Man könne aber nicht abschätzen, was für Folgen ein Eingriff in das iranische Atomprogramm habe. "Die Konsequenzen sind völlig unvorhersehbar und offen gesagt sehr schädlich", sagte der Verteidigungsminister.

Gates sagte weiter, er habe Probleme, andere Länder von der Gefährlichkeit der Situation zu überzeugen. Vor allem Russland sehe nicht ein, dass die iranischen Atom-Ambitionen keinesfalls nur die Vereinigten Staaten bedrohe. Iran werden viel früher über Möglichkeiten verfügen, nukleare Waffen in der Region einzusetzen als diese gegen Amerika zu richten.

Iran betreibt ein Atomprogramm, das nach Angaben aus Teheran ausschließlich der zivilen Nutzung dient. Der Westen fürchtet aber, dass das Land unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung an Atomwaffen arbeitet.

Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

Geschichte

Sanktionen

Nahost

Personen

Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung

ore/AFP

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